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befördert und dort vorläufig in Scheunen untergebracht worden.Im Laufe des Morgens musste Major v. Kornatzki alle nicht zumII./21 gehörende Abtheilungen aus Daix zu ihren Bataillonenzurückschicken. Um 11 V. meldete Kettler dem Ober-Kommandoseinen Entschluss, um diese Stunde „unter Beibehaltung derVorposten-linie Daix-Plombieres, nach Etanles, Darois, Prenois, Val Suzonin Kantonnements zu gehen, um den Truppen, die in der Nacht aufdem Schlachtfelde biwakirt, ein Unterkommen und Gelegenheit zumAbkochen zu geben. Brigade - Stabsquartier E taules. Val Suzonwird deshalb belegt, um eine Sicherung gegen eine Unternehmungvon Messigny her zu haben“ u. s. w. General Kettler begründeteseinen Entschluss ausdrücklich durch den Rückzug Contas vor 6000Mann nach Savigny, weshalb bei nicht vollzähliger Taschenmunitionein erneuter Angriff auf die starke feindliche Stellung „nicht rathsam“erschiene. ') —
„Nach der aufregenden Nacht, die Dijon verbracht hatte,“ soschildert Mignard 2 ) die dortige Stimmung, „war der Morgen des22. weit entfernt, den Gemüthern Ruhe zu bringen. Im Gegentheil,Jedermann wurde durch das gegenseitige Gerede erschreckt unddas Gerücht von dem Blutbad in Hauteville hatte beim Durchgangdurch eine Menge Dolmetscher ungemessene Verhältnisse an-genommen. Lebhafte Befürchtungen wegen einer Beschiessungmachten sich allgemein geltend. Man erzählte in zahlreichen aufden Plätzen und Strassen gebildeten Gruppen auf verschiedeneWeise die vom Feinde an die Gemeinde-Obrigkeit entsandten Bot-schaften . . . Drohungen waren in der That ergangen, aber mankonnte sie wohl als Grosssprechereien betrachten, welche von einerHandvoll Sturmläufer gegen eine allerdings mehr durch ihre Zahlals durch ihre Taktik und ihre Angriffsthätigkeit furchtbare ganzeArmee ausgingen. Auch hat man erfahren, dass Garibaldi demSendboten Kettlers geantwortet: „„Sagen Sie dem, von welchem Sie.den Geleitsbrief haben, dass ich ihn erwarte und dass, wenn ernicht kommt, ich ihn aufsuchen werde,““ Grosssprecherei gegenGrosssprech erei!“
Im Hauptquartier der Vogesenarmee war durch Streifen,Spione und Drahtnachrichten die Mittheilung vom Vormarsch einerKolonne von 30 bis 35000 Mann _von Is' sur Tille auf Dijon imLaufe des Morgens eingegangen. 3 ) In [Folge dessen begab sichGaribaldi gegen 10 Uhr im Wagen nach der Strasse von Langres.An der Verstärkung der bisherigen Angriffsseite wurde von Tages-
1) Kr. A. F. III. 51 S. 361. — 2 ) Mi. 176. — 3 ) Bo. CdE. 221.