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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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anbruch an gearbeitet; bei Fontaine wurde geschanzt, ander Pariser Strasse wurden Laufgräben angelegt, am Schlag-baum von Talant, da wo der Weg nach Fontaine ab-geht, wurde sie mit einer Verrammelung versehen, 200 m weiterrückwärts mit einer zweiten kleineren. Die Mauern der im Be-reiche des Gefechtsfeldes gelegenen Gehöfte wurden, so weit bishernoch nicht geschehen, mit Schiessscharten versehen. Schiessbedarfwurde überall aufgehäuft, Streifen nach allen Seiten vorgeschickt; dieBefehlshaber stellten ihre Gefechtsstärke fest und versuchten dieVerluste des 21. möglichst auszugleichen. Brot und Wein wurde an dieKämpfer, welche Tags zuvor darben mussten, imUeberfluss ausgegeben.Zur Aufnahme der unausgesetzt auf Wagen einfahrenden Verwundetenwurden die Säle der Stände und der Flora-Saal im Stadthause als Sammel-Lazareth eingerichtet, aus dem sie nach dem ersten Verband theilsnach dem Hauptspital, theils in die besonderen Lazarethe entleertwurden. Der Befehl über die 1. Brigade blieb vorläufig demColonel Bleton übeitragen; die 3. Brigade erhielt Verstärkungendurch die Franktireurs von Oran und der Franche-Comte. 1 )

Nach dem Eingang der erwähnten Nachrichten konnte Gari-baldi nicht daran denken, angriffsweise zu verfahren, um so weniger,als ihn der Nebel vollständig über die Massregeln des Gegnersim Unklaren liess. Die Räumung von La Fillotte konnte aller-dings auf einen Rückzug desselben schliessen lassen. Schon eineStunde vor Tagesanbruch (7 Uhr) befahl Menotti dem Lieutenant-Colonel Loste, mit dem Bataillon Francs-tireurs röunis von Talantins Thal hinabzusteigen und bis zur Ferme Changey zur Aufklärungvorzugehen, aber nicht anzugreifen, sondern nur im Nothfall einenAngriff abzuweisen. 2 ) Das Bataillon tauchte ins Nebelmeer hinab.Kaum waren wir am Fuss von Talant angelangt, so schildertDormoy , 3 )als unsere äusserste linke Flügel - Kompagnie auf20 Schritte grosse schwarze Gespenster entdeckt. Sind es Pommern,die sich so zwischen Talant und das Ouchethal längs des Abhangsauf unserem gestrigen Gefechtsfelde hinschleichen? Das wäre!Auf nächster Nähe entbrennt das Gewehrfeuer. Die Gespensterentschwinden. Und wir nun etwas blindlings los zur Verfolgungder Preussen! Diese Menschenjagd mit ihren Ueberraschungenund plötzlichen Tödtungen setzt sich von 7 bis Mittags mitwechselndem Erfolge fort. Lieutenant-Colonel Loste, ein tapferer,schneidiger Offizier, stiess bald auf die am Fuss der Buttes Chau-

0 Mar. 22G. Ja. II. 172, 173. 2 ) Mar. 227. 3) D. V. 13G.4 ) D. V. 137.