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«rtheilte er dem Hauptmann Schelcher die Weisung, nach St. Seinezurückzumarschiren. und über Is sur Tille und Mirebeau denAnschluss an die Südarmee zu gewinnen. 1 )
Es fiel dem General auf, dass der Gegner trotz der starkenTruppenmacht, die er am Pusse seiner Höhenstellung entwickelthatte und welche auf eine Brigade geschätzt wurde, sich, abgesehenvon dem Feuergefechte, unthätig verhielt und den Eindruck derUnentschlossenheit machte. Er glaubte daraus entnehmen zukönnen, dass jener sich auch ferner auf die Vertheidigung zu be-schränken gedachte. Daher ordnete er nach 1 Uhr den Abmarschder Truppentheile in die Ortschaften an und liess die schwereBatterie wieder in ihre erste Aufnahmestellung südlich Darois zurück-fahren, während er den Vorposten den Befehl zugehen liess, derBrigade zu folgen.
Oberst-Lieutenant Weyrach hatte die abgelösten Vorpostenangewiesen, sich zurückzuziehen, und zwar die 7. Kompagnie längsdes östlichen Thalrandes oberhalb Plombieres, die 6. Kompagnieauf der Strasse, während die 8. von Plombieres im Ouchethal längsdes Kanals durch die Eisenbahnüberführung auf dem Wege nachPrenois zurückgehen sollte. Als er selbst mit dem I, Bataillonauf der Höhe am Schnittpunkt der Strasse mit dem nach Hautevilleabgehenden Wege angekommen war, traf ihn des Generals Befehl,die Nachhut der Brigade zu übernehmen. Gleichzeitig bemerkte-er den Marsch grösserer feindlicher Truppenmassen auf den Höhensüdlich des Kanals über Plombieres hinweg, welche den Anscheinerweckten, als ob der Feind Dijon in südlicher Richtung zu räumenbeabsichtigte. Diese Vermuthung bestimmte den General Kettler,zunächst seinen Rückmarsch nochmals einzustellen und die StellungButtes Chaumont-Daix, welche so viel Blut gekostet hatte, nichtvor völliger Klärung der Verhältnisse aufzugeben. Er ertheiltedaher den Vorposten den Befehl, ihre alte Stellung wieder ein-zunehmen. 2 )
Nach einiger Zeit stellte es sich jedoch heraus, dass dieAnsicht über den Abmarsch des Gegners eine irrige gewesen war;•denn seine Marschkolonnen schlugen eine nördliche Richtung ein,■anscheinend um in das Ouchethal hinabzusteigen und die 8./61 inPlombieres mit Ueberlegenheit anzugreifen. Unter diesen Umständenliess Weyrach die 6. und 7. Kompagnie in der Richtung auf diese
*) Dass er diese nicht unbeträchtliche Verstärkung nicht bei sichzurückhielt, ist ein Beweis, dass sich Kettler keineswegs für geschlagenhielt. — 2 ) Sch. 382.
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