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als Rückhalt gefolgt, mit einer Scliwärmattacke unter Trommel-schlag entschlossen vorwärts und trieb die vordersten feindlichengerade im Ersteigen der Höhenkante begriffenen Abtheilungen inwilder Flucht den Abhang hinunter. 1 ) „Als sich die Unseren inder Seite bedroht sahen,“ sagt Bizzoni, 2 ) „stutzten sie etwas. BeiBajonnetangriffen ist das geringste Zaudern verhängnisvoll. Währendder Feind Muth schöpft, bleibt der noch wehrlos Anstürmende allenSchüssen ausgesetzt. Einige von uns begannen zu weichen unddeckten sich hinter den kleinen Mauern; dann folgten Alle, aller-dings langsam und ohne Verwirrung, diesem Beispiel. Genug, derAngriff war missglückt, aber wir verloren keinen Zoll Boden.“ Wiedie Franktireurs dies angesichts des offenen Geständnisses ihresZurückweichens möglich gemacht haben, darüber bleibt Bizzoni dieAufklärung schuldig! Immerhin ist es richtig, dass ihre Feuerliniein nicht zu grosser Entfernung vom Fusse der Höhenstellung liegenblieb und das Feuergefecht wieder aufnahm. Der kühne Vorstossdes Hauptmanns v. Koschembahr war nicht ohne Opfer möglichgewesen; u. a. erhielt Feldwebel Roggenbuk der 8. Kompagnie einentödtlichen Kopfschuss und Lazareth-Gehilfe Lüdtke der 7. wurde beiErfüllung seines Samariterdienstes erschossen.
Dem Hauptmann v. Koschembahr lag nun, nachdem er ver-gebens von der 6./61 Patronen zu bekommen versucht hatte, diebedenkliche Aufgabe ob, die vom Feinde bedrohte Stellung ohneallen Sehiessbedarf behaupten zu sollen. Das Zurückschlagen desfeindlichen Angriffs erleichterte ihm dies, insofern als der Gegnersich zunächst, um sich zu neuem Versuche zu erholen, auf Gewehr-feuer beschränkte.
Mittlerweile hatte sich die Lage bei Plombieres aufgeklärt :General Kettler erkannte, dass die jenseit jenes Dorfes im Marschbegriffenen Truppen keineswegs die Absicht, Dijon zu räumen, be-kundeten, sondern eine nördliche Richlung gegen die rechte Seiteder Brigade einzuschlagen schienen. Nachdem es der 8./61 gelungenwar, sich aus Plombieres zu ziehen, ordnete der General den Ab-marsch der Truppen nach den Unterkunftsorten an; zu ihrer Auf-nahme stand die VI. Batterie auf der Höhe südlich Darois. DieVorposten erhielten den erneuten Befehl zu folgen, und zwar solltedie am meisten bedrohte 7. Kompagnie No. 21 zuerst abmarschiren,unter dem Schutze der erst später folgenden 8. aus Daix. Trotz-dem kam die erstere hierbei in eine bedenkliche Lage.
‘) Sch 383. — 2 ) Mar. 230.