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Hören wir Bizzoni: ] ) „Auf der ganzen Linie war beiderseitsdas Feuergefecht mit Nachdruck wieder aufgenommen worden.Von den Unebenheiten des Geländes Nutzen ziehend, Unterhalternes die Unsrigen, ohne zu wanken. Die Munition beginnt zu fehlen.Man schickt Wagen und die Vorräthe werden erneuert. Nacheinem Augenblick der Erholung haben Offiziere und Soldatenbegriffen, dass man sich, koste es, was es wolle, der Höhen be-mächtigen müsse und sie verlangen, von Neuem anzugreifen. Vonhinten stärker unterstützt und vom Feuer der Batterien von Talantbegleitet, stürzen sie sich zum zweiten Mal auf den Abhang los.“„Schon siud 300 unserer kühnsten Leute am Fuss der Stellung;angelangt,“ sagt Dormoy, 2 ) „als die zehn oder zwölf Hörner desBataillons (Francs-tireurs reunis) hinter einander zum Angriff blasen.So sollten wir denn den Sturm auf jenen noch von Rothliemdenbesäeten Abhang versuchen. Es entstand ein Augenblick feierlichenSchweigens. Der erste, der losbrach, war Lieutenant Levert, derkleine Südländer, mit dem schwarzen Auge. Mit erhobenem Säbelsprang er über seine Schutzmauer“, gefolgt von seiner KompagnieFrancs-tireurs de Vaucluse. Allen voran mit bestem Beispielstürmten drei zur Ostarmee gehörende, über Nacht zu Dijon an-gekommene Zuaven, die sich dem Bataillon Loste angeschlossenhatten. Sein Gewehr über dem Haupte schwingend, langteder Zuave Pierre Barrault (oder Eugene Borei) unter dem Zuaven-rufe: „A la fourchette!“ zuerst auf der Kante der Höhe an yetwa an der Stelle, wo der Weg von Talant und der überdie Hochfläche der Buttes Chaumont abwärts führende Wegdie Pariser Strasse erreichen. Einige Augenblicke später trafdie Masse der Franktireurs auf der Höhe ein und stürzte sich,die Fahne der Kompagnie Vaucluse voran, auf die im Zurückgehenerblickte 7./21, welche noch nicht bis zur Strasse gelangt war.Diese musste sich Luft schaffen, um nicht beim Rückzug überdie freie Hochfläche zu starke Verluste zu erleiden. Nochmalsmachte Hauptmann v. Koschembahr kurz Front und ging unterTrommelschlag und Vorwärts - Blasen der Hörner unerschrockenzum Bajonnetangriff gegen den bedeutend überlegenen Feind vor.Wenngleich der aufgeweichte Boden und die Ermattung der Mann-schaften den Sturmlauf verboten, so kamen sie doch unter Hurrah-geschrei vorwärts. Zwei Unteroffiziere fanden bei einem Gefalleneneinige Patronen; Kersten schoss den Fahnenträger nieder; Lieutenant
1) Mar. 233. — 2 ) D. V. 146.