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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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gewesenen Theile der Brigade schon nach 3 Uhr in denselben ein-rückten, konnten die in den Vorpostenkämpfen verwickelten sie erstum 6 A. beziehen: ein Buhetag war dieser Sonntag für die 8. Bri-gade nicht gewesen, für ihre Vorposten vielmehr ein Tag äussersterAnstrengungen.

Die Franzosen verloren am 22. etwa 100 Mannan Todtenund Verwundeten und 3 Offiziere, 47 Mann an Gefangenen; Bordone 2 )bezeichnet die Verluste, ohne eine bestimmte Zahlenangabe, alsempfindlich, besonders an Offizieren. Die Preussen hatten 7 Todte,1 Offizier, 19 Mann, 1 Pferd an Verwundeten, 1 Assistenzarzt (Dr. Para-dies vom 21. Begimeut) und 14 Mann an Vermissten. Ausserdem fieldas gesammte Feldlazareth No. 2 zu Changey in die Hände derFranzosen. Schon im Laufe des Vormittags hatte General v. Kettlerdem Chefarzt Dr. Hirsch feld eröffnet, dass er mit dem Lazarethnach dem bevorstehenden Bückzug der Brigade unter dem Schutzeder Genfer Konvention in Changey zurückzubleiben hätte, da dieZahl der Verwundeten auf beinahe 100 preussische und fast eben-soviel französische gestiegen wäre und sich voraussichtlich durchdas Bückzugsgefecht noch vergrössern würde. Bei diesem Befehlhatte der General übersehen, dass nur die Lazarethe mit ihremPersonal, nicht aber auch das Material und die Pferde den Be-stimmungen der Konvention unterlägen; so fiel das letztere inseiner Gesammtheit in die Hände der Franzosen, 3 ) als diese in denNachmittagsstunden in Changey eindrangen. Wir haben gesehen,dass Lieutenant Dorrnoy dort angeblich zuerst anlangte. MitKolbenstössen schlug er und seine Begleiter die Thür ein unddurchsuchten das ganze Gebäude, Scheunen und Heuboden nachverborgenen Preussen; mehr als 50 Gefangene will er darin ge-macht haben, nämlich das Lazarethpersonal. Er giebt selbst zu,den Chefarzt persönlich wiederholt mit seinem Gewehrkolben vorden Bajonnetstichen eines Franktireurs bewahrt zu haben. Dannkam eine Bande von Bothhemden, Franktireurs, Mobilisirten mitLärm an, fortgerissen von einem Capitaine mit lautschallenderStimme (Tainturier ?). *) Ihm übergab Dormoy den Chefarzt.Letzterer beschreibt in seinem Bericht vom 9. März 1871 5 ) denEinbruch mit folgenden Worten:Die abenteuerlichsten Gestalten,z. Th. wild romantisch, reine Banditen mit Bevolvern und Messern

D. V. 160. 2 ) Bo. CdE. 224. 8 ) Darunter an verwundetenOffizieren: Major Priebsch, Hauptmann v. Pircli, Premier-LieutenantBoehmer, Sekonde-Lieutenants Biedel und Engler vom Regiment 61; inDaix gerieth der schwer verwundete Premier-Lieutenant Graf Prebentowvom Regiment 21 in Gefangenschaft.. 4 ) D. V. 155. 6 ) Kr. A. K. II. 8.