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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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wären, und zeigten Neigung, dem Befehl zuwider nach ihrer Heimatbzurückzufahren. Uiiter diesen Umständen würde die Anordnungdes Vormarsches auf Dijon Aufruhr zur Folge haben, wofür er die-Verantwortung nicht übernehmen könnte und deswegen Gambettaum Verhaltungsbefehle gebeten hätte.

Pellissier, welcher annehmen zu müssen glaubte, der Haupt-grund zu Franzinis Weigerung läge darin, dass er sich nicht einern-in gleichem Range stehenden General unterordnen wollte, wandtesich an Garibaldi und wiederholte in dessen Namen zum drittenMal den Befehl zur umgehenden Fahrt nach Dijon unter Androhungdes kriegsgerichtlichen Verfahrens. Franzini erklärte das letzterefür unbegründet und beharrte auf seiner Weigerung bis zum Ein-treffen von Weisungen Gambettas, besann sich aber noch im Laufedes Vormittags des 22. insofern eines anderen, als er einen Eisen-bahnzug mit Beschlag belegte und mit seinen Truppen nachMäcon zurückfuhr mit der Meldung, dass seine tapferen Offiziere-zwar alle gern ihr Blut für die Republik vergiessen würden, aber zwin-gende Gründe ihn zum Rückzug veranlassten, um nicht den TruppenPellissiers im Wege zu sein, falls diese genöthigt werden sollten,sich zurückzuziehen. Nach Empfang dieser Depesche zögertePellissier nicht länger, sondern forderte auf eigene, demnächst inganzer Ausdehnung vom Kriegs-Ministerium gebilligte Verant-wortung die Militär- und Zivilbehörden auf, den General Franziniwegen Verlassens seines Postens im Augenblick der Gefahr zu ver-haften, wo man ihn träfe, ihn nach Dijon und seine Truppen nachBeaune zu schicken. Er wurde in Chagny festgenommen. Nachgrossen Schwierigkeiten gelang es der Thatkraft des einen Legions-führers, Colonels Baudon dIssoncourt, der nicht mit Franziniübereinstimmte, 2 Legionen nach Dijon zu befördern, wo sie amMorgen des 23. eintrafen und ausserhalb der Stadt in der Nähe-des Bahnhofs geschlossen aufgestellt wurden. Pellissier war darübernicht im Zweifel, dass der einzige, aus ihnen zu ziehende Nutzenin dem Eindruck bestände, den ihre blosse Anwesenheit und ihreZahl auf den Gegner machen könnten und in der Möglichkeit,alle seine übrigen Truppen dadurch verfügbar zu machen.Allein sie genügten nicht einmal diesem bescheidenen Zwecke,wenn Bordones Angabe zutreffend ist, wonach diese Legionenam Nachmittage, als das Gefecht im Norden der Stadt sichentspann, in Auflösung in der Richtung auf Beaune und Chagnydavonliefen, wobei eine grosse Anzahl im Ueberschreiten derOuchebrücke südlich von Dijon ihre Waffen ins Wasser warf.