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des Lieutenants Wegner der 1. Kompagnie namhafte Verluste, sodass sich Premier - Lieutenant v. Woldeck veranlasst sah, zurDämpfung des feindlichen Feuers auch den Zug des Reserve-Lieutenants Richardi zu entwickeln, welcher letzterer unmittelbardarauf tödtlich verwundet wurde. Als demnächst auch der letzteZug (Vize-Feldwebel Hege) aufgelöst worden war, richtete die ganzeKompagnie ein so wirksames Feuer gegen die Schiessscharten, dassdie Verth eidiger bald nicht mehr an sie heranzutreten wagten.
Während dieses Feuergefechts wurde von Hauptmann Obuchdas bei Epirey Ferme stehende Bataillon Saöne-et-Loire bemerkt,welches langsam vorzurücken schien und die linke Seite des I. Ba-taillons bedrohte. Ohuch sandte zu deren Sicherung den 3. Schützen-zug unter Lieutenant Schreiber, welcher auf seinem rechten Flügelin Verbindung mit dem linken der 1. Kompagnie den neu an-geschütteten, nahe östlich längs der alten Römerstrasse laufendenDamm der im Bau begriffenen Eisenbahn nach Langres besetzte.Diese Bewegung wurde von den Franzosen wieder als der Anfangeines Vorgebens gegen Montmusard und St. Apollinaire betrachtet,jene schwache Seite von Dijon, gegen welche im Oktober derAngriff der badischen Division mit Erfolg gerichtet gewesen war.Der Kommandeur der bei letzterem Dorf stehenden Legion Isere 4 )entwickelte sofort am Nordabhang der nordwestlich St. Apollinairebefindlichen Höhe eine Schützenlinie. In diesem Augenblick kaman dieser Stelle der Generalstabs - Chef Bordone, welcher kurzzuvor von Bel Air auf der Strasse von Langres eingetroffen war undvon dort die angebliche Bedrohung von St. Apollinaire bemerkt hatte,mit verhängtem Zügel an und befahl den Batterien nordwestlichund südöstlich des Dorfs, 2 ) das Feuer gegen die feindliche Linkezu eröffnen; die von Mobilisirten der Maine-et-Loire bedientenZwölfpfünder bei La Boudronnee und Montmusard beschossen dielängs der Eisenbahn vordringenden Schützen mit Kartätschen, s )während gleichzeitig die beiden Batterien in der Höhe von St. Martinan und östlich der Strasse nach Langres 4 ) ihr Feuer mit den dazu inder Lage befindlichen Geschützen von Fontaine und der Batterie desMont Chapet gegen die auf Pouilly anstürmenden Preussen ver-einigten. Angesichts dieser Entfaltung von Infanterie und Artilleriebei St. Apollinaire schien Lieutenant Schreiber zu schwach zurdauernden Deckung der linken Seite des I./21; mit Hilfe des ihmzur Unterstützung geschickten Zuges der 2. Kompagnie (Vize-Feldwebel Pielke) brachte er die im Vorgehen lebhaft feuernden
i) Bo. 341. — 2 ) Vgl. S. 169. — 3 ) M. 5. — 4 ) Vgl. S. 168.