Fünfter Abschnitt.
Das Gefecht von Pouilly am 28. Januar.
I. Linksabmarsch der Brigade Kettler.
Rücksichten auf die Verpflegung seiner Truppen und solcheoperativer Natur bestimmten General v. Kettler am Morgen des23. Januar, seine am Tage vorher eingenommene Stellung zu ver-ändern. Die auf der unfruchtbaren Hochfläche belegten Dörfererwiesen sich als so arm, dass die Verpflegung kaum für den folgendenTag gesichert erschien. Der Val Suzon-Pass setzte der Heranschaffungvon Lebensmitteln von rückwärts her schwer zu bewältigende Hin-dernisse entgegen, abgesehen davon, dass auch die dortigen spär-lichen und ärmlichen Gebirgsorte wenig zu liefern vermochten.Da es der Brigade bisher nicht gelungen war, durch Einnahmevon Dijon die Verbindung mit der Südarmee herzustellen und dieMöglichkeit dazu in kurzer Frist durch die zweifellos festgestelltebedeutende Ueberlegenheit des Feindes sehr fraglich war, so schwebtesie in strategischer Beziehung vollständig in der Luft; denn dieeinzige ihr zur Verfügung stehende Strasse über St. Seine führterückwärts auf die Linie Montbard-Chätillon, von wo wirksameUnterstützung oder sicherer Rückhalt nicht zuerwarten war. Zudembeschränkte das gebirgige Gelände mit den zahlreichen, schwie-rigen und wenig wegsamen Thälern und Schluchten zu beidenSeiten und im Rücken die Freiheit der Bewegung in hohem Masse,während der Front gegenüber die anscheinend von Natur stärksteSeite von Dijon sich befand. Gelang es Kettler, das zwischen demunteren Suzon- und dem Tille-Thale gelegene, verhältnissmässigebene und wesentlich tiefer gelegene Gelände zu erreichen, so ge-wann er dadurch einerseits eiue grosse Anzahl von bedeutenderenund wohlhabenden Dörfern zur Unterbringung und Verpflegungseiner Truppen und andererseits io den von Dijon auf Is sur Tilleund Thil Chätel nach Norden führenden Strassen eine grössereBewegungsfreiheit und die Möglichkeit, die unmittelbare Verbin-dung mit der Hauptarmee wieder aufzunehmen, sowie die Vereini-gung seiner gesammten Streitkräfte herbeizuführen. In diesem