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überall ein und brachen Zweige von Büschen und Bäumen ab.Endlich kamen die Deutschen von allen Seiten und warfen dieMobilisirten über den Haufen und in die Flucht. Die Besatzungdes Schlosses selbst ihrerseits rettete sich nach einem Gewehrfeuervon 10 Minuten durch eine Hinterthür.“
Ohne zu stutzen stürmte der Yize-Feldwebel Weidenslaufer(II. Kompagnie) mit seinen Füsilieren gegen das Gitterthor, liesses gewaltsam öffnen und drang, gefolgt von den Zügen des LieutenantsKamm (2. Kompagnie) und einzelnen Leuten der 12. Kompagnieunter Vize-Feldwebel Neumann, in den Hof ein, dessen Besatzung— etwa 50 Mann — sofort „pardon!“ rief und die Waffen nieder-legte. Um sich gegen das Feuer aus dem oberen Stockwerk zu■decken, stürzten sich die Masketiere und Füsiliere gegen die grosseEingangsthür, erbrachen diese und nahmen in den unteren Räumennach kurzem Handgemenge „noch mehrere Offiziere und 30 Manngefangen.“ 1 ) Im Ganzen fielen innerhalb der Schlossumfassung4 Offiziere, 94 Mann in die Hände des Angreifers.
Aus den Fenstern des oberen Stockwerks und aus den Boden-räumen wurde ein wirksames Feuer auf die in den Hof eindringendenPommern abgegeben. Nach Dormoy 2 ) sollen sich dort nur 9 Mann,■darunter Francs-tireurs de la Guerilla marseillaise, verrammelthaben, nach Pellissier 3 ) der Sous-Lieutenant Vachia und Adjutant(Unteroffizier) Blanda der 2. Kompagnie II. Bataillons der 3. Legion(Charolles) Mobilises de Saöne-et-Loire nebst einigen Franktireurs.Nach Ledeuil *) waren es, ausser 25 bis 30 auf den- Dielen im■ersten Stockwerk liegenden Verwundeten nur fünf: neben Vachiaund Blanda noch ein Korporal des Bataillons Charolles und 2 Frank-tireurs der Guerilla marseillaise, die sich in einem vom GutspächterCornice angewiesenen Zimmer an der Nordecke des Schlosses fest-gesetzt hatten, aus dem man in ein anderes, nach dem Parkgelegenes gelangen konnte. Am geöffneten ersten Seitenfensterstanden sie schussbereit dicht gegenüber dem Eingangsthor zumHühnerhofe und den Wirthschaftsgebäuden. Als sich dort dieersten Preussen zeigten, feuerten sie alle ihre Gewehre auf dieHelmspitzen des dichten Haufens ab. „Einer von ihnen fällt, dannein Anderer, Blanda und seine Kameraden feuern weiter; die Ver-wendeten und Todten des 21. häufen sich, die Einen fallen schwer-fällig zusammen, Andere benutzen ihre letzte Kraft, um Schutz zusuchen; aber je mehr getödtet wurden, um so mehr kamen neuan . . . Endlich wird die Schwelle überschritten ; andere Ausgänge
1) Sch. 392. - ä j D. V. 180. - 3 ) Pel. 104. - 4 ) LdE. P. 13.