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vor, von der Niemand zurückkam; von einer demnächst vorgesandtenStreife kam nur ein Mann, vom Feinde auf dem Fusse gefolgt,zurück. Nach Baudach r ) schickte Lieutenant v. d. Schulenburg vorFeldwebel Hochleitner schon eine Streife vor. Wenzel 2 ) nennt Unter-offizier Breitenfeld als den Führer der zum Aufsuchen vorgegangenenAbtheilung. Dass Versuche zu diesem Zwecke stattgefunden haben,bestätigt Michard 3 ): „Das 61. Pommersche versuchte vergeblichmehrere Male vorzugeben und seine Fahne zu retten; aber dasGewehrfeuer war so wohlgenährt und von unseren Freiwilligen,zumeist gewandten Schützen, so gut geleitet, dass er auf sein Vor-haben verzichten musste.“ Auch Bizzoni sagt: 4 ) „Es ist Thatsache,dass am Abend ein Bataillon (?) versuchte, sie wiederzugewinnen;es wurde zurückgeworfen und die unglückliche Fahne, die ihrenheldenhaften Besitzern so theuer zu stehen gekommen war, bliebbegraben unter einem Berg von Todten und Verwundeten.“ AuchLedeuil sagt, 5 ) dass Versuche, die Fahne zurückzubekommen,von den Deutschen gemacht worden wären.
Der Bataillonsführer, Premier-Lieutenant Luchs, erfuhr dasFehlen der Fahne erst, als das Bataillon sich auf das Signal„Sammeln“ bei Pouilly wieder zusammenfand. Baudach 6 ) erzählthierüber: „Es wurden sofort bei den Offizieren und Mannschaftendes II./61 und F./21 genaue Nachfragen angestellt, doch konntenicht so bestimmt ermittelt werden, von wem und an welcherStelle die Fahne zuletzt gesehen worden, dass noch weitere Schrittezum Wiederauffinden der Fahne hätten geschehen können. AlleRecherchen ergaben, dass sämmtliche Leute, welche in der Näheder Fahne gewesen, todt oder verwundet seien. Ein nochmaligesVorgehen zur Wiedererlangung der Fahne hätte nur mit be-deutenden Kräften geschehen können, schien aber bei der völligenDunkelheit und der Ungewissheit der Angaben über den Punkt, wodie Fahne liegen könne, auch in Anbetracht der zu erwartendengrossen Verluste, die ein solcher Versuch unzweifelhaft zur Folgegehabt, dem Detachementsführer nicht rathsam.“ Diese Erwägungenwaren in der That völlig zutreffend, um so mehr als das Unter-nehmen nicht zum Ziele geführt haben würde, da die Fahne iin-zwischen von den Garibaldinern aufgefunden worden war. Manmusste sich eben in den Verlust finden. Wie schwer dies demGeneral Kettler fiel, geht aus der Erzählung hervor, die MadameWhite-Mario über ihren Besuch bei ihm am 29. Januar in ihrem
3 ) Bau. 61). — 2 i Wen. 39. — 8 ) „Illustration.“ — 4 ) Mar. 250. —
ä ) LdE. Dr. — 6 , Bau. 67.