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paguie den Vize-Feldwebel Fischer, der aber nicht recht vorwärtszu kommen vermochte, da das vorliegende Gelände mit seinenMauern, Buschwerk, Gräben und Löchern dem Feinde die günstigstenDeckungen gewährte, aus denen er nur mit der blanken Waffe zuvertreiben gewesen wäre. Zudem trat hier bald Patronenmaugelein, dem nicht abzuhelfen war, da der Patronenwagen sich in derGewalt des Feindes befand. Um dessen Vordringen aufzuhalteu,soll an dieser Stelle das mehrfach erprobte Mittel, hinter derDeckung die Trommeln zum Angriff schlagen und die MannschaftHurrah rufen zu lassen, wiederholt mit Erfolg angewendet wordensein. 1 )
Während Premier-Lieutenant Luchs vom Kirchplatz aus inner-halb der östlichen Häuserreihe vermittelst Durchbrechens derZwischenwände und Mauern nach vorwärts zu gelangen sichbemühte, stürmte von Neuem die Linienkompagnie des CapitaineMasse auf der Dorfstrasse vorwärts, durch mörderisches Feuer vonden aus den Fenstern schiessenden Pommern empfangen. Ihr rückteim Sturmschritt mit einem Zuge der 8. Kompagnie Premier-Lieutenant v. Zitzewitz trotz grosser Verluste bis in die Nähe dervon der 5. Kompagnie besetzten Strassenecke auf der westlichenDorfseite entgegen und brach unter Hurrahruf im Marschmarschgegen sie vor. Aber die Salven der Kompagnie streckten ihnschwer verwundet zu Boden, sein Zug stutzte, als er ihn fallensah, wich zurück und suchte in den Häusern Deckung. Aber auchdem Capitaine Masse gelang es nicht, weiter vorwärts zu kommen.Das Feuer aus beiden Häuserreihen, besonders aus den 3 bis 4 Fussstarken, mit Schiesslöchern versehenen Mauern und dem Dache desPredigerhauses und von den auf der Strasse selbst gedeckt liegendenSchützen, aus nächster Nähe, auf 10 bis 15 Schritt abgegeben, warzu überwältigend. ,,Dreimal versuchte er im Dorfe stürmend vor-zudringen, dreimal wurde er zurückgeworfen,“ sagt der französischeBericht. „Der Kampf wurde heftig, erbittert, unversöhnlich fort-gesetzt. Capitaine Masse verzweifelte daran, einen solchen Wider-stand zu brechen, zog sich auf der Strasse nach Dijon bis auf dieSpitze der Guiden 2 ) zurück und erklärte dem Colonel Lobbia, dasses ihm unmöglich wäre, ins Dorf zu dringen.“ 3 )
x ) H. 226. — 2 ) Hiernach muss das Vorziehen der Guiden aui derWestseite von Prauthoy erst zu einem späteren Zeitpunkte erfolgt sein.— 3 i Cav. 350. In dem „Historique du 50 ™ e (bei Gr. 872) heisst es über denKampf bei Prauthoy: „Der Angriff gelang’nux halb. Trotzdem drangen diebeiden Kompagnien des 50. ins Dorf und warfen den Feind hinaus. Dieserletztere versuchte, als er sah, dass die Truppen des Colonel Lobbia den