486
bewaffnete Stellungen zu überwinden waren; die Festung Auxonneliess sieb voraussichtlich durch sehr schwache Truppen lahm legen. 1 )
General Hann fasste aber die Besitzergreifung von Dijon —um, der Begründung Manteuffels gemäss, die Fahne wieder zuerobern — als Kern seines Auftrages auf und hielt eine solche vonder Ostseite durch die Natur des Geländes nicht in dem Masse fürschwierig, wie von Westen oder Norden. Zunächst erschien ihmeine Vereinigung des zersplitterten Korps, ausschliesslich der BrigadeKettler, geboten und er hielt dazu Mirebeau mit dem gesichertenSaöne-TJebergang bei Apremont für den geeigneten Punkt, weil dieVersammlung des Korps hier am wenigsten Zeit erforderte, weilihm ferner der Zustand der Brücken bei Seurre und St. Jean deLosne nicht bekannt, die bei Pontailler nach Majors v. SchonMeldungen aber zerstört war und weil endlich der Angriff vonSüden her — abgesehen von einem Umweg von vier Meilen —über den Canal de Bourgogne und die Oucbe unter fortwährenderGefährdung der linken Seite von den für Freiscliaaren sehrgünstig zu verwerthenden Weinbergen des Cöte d’Or-Gebirges hergeführt werden musste und taktisch um so schwieriger wurde, alswegen dieser Bodenverhältnisse auf eine sichere Zusammenwirkungmit der Brigade Kettler alsdann nicht gerechnet werden konnte.Andererseits brachte das Vorgehen über Mirebeau die Unter-brechung zwischen Dijon und Auxonne von selbst mit sich, ebensowie die Sicherung der schwachen eigenen Verbindung über Gray 2 )und der Brigade Kettler gegen alle feindlichen Unternehmungen.Eine Entsendung des Oberst v. Willisen allein mit 4 Schwadronenund der reitenden Batterie von Döle über Seurre gegen die süd-lichen Verbindungen des Feindes, noch ehe der Angriff auf Dijonstattfand, hielt General Hann, nach Anhörung des mit dem Ge-lände durchaus vertrauten Brigade-Kommandeurs, des bewaldetenund mit Weinbergen durchschnittenen, durch das Cöte d'Or-Gebirgeund die Wasserläufe der Saöne, Oucbe und des Kanals eingeengtenGeländes wegen für zu gewagt, weil selbst eine geringe Besetzungder Oertlichkehen feindlicherseits für Iteiterei ein Durchkommenunmöglich gemacht habe würde. Viel Infanterie konnte Hanndazu nicht abgeben, in Anbetracht davon, dass er des hartnäckigenWiderstandes der Vogesenarmee am 21. und 23. Januar halber alleseine Kräfte zur Verfügung behalten zu müssen glaubte, da ernicht annehmen konnte, dass Garibaldi Dijon ohne Kampf räumen
M Graf Wartenslebens Brief an Hann in Kr. A. F. 111. 5. 11 . S. 9.— 0 Ebd. S. 279.