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beschütze zu geben sind, um 6 Uhr westlich Cessey .... Derfür heute projektirte Angriff auf Genlis unterbleibt; das Detachementverbleibt in Cessey und hat den Major v. Schon, damit derselbe-darnach seine Sicherheitsmassregeln treffe, von der Massregel, wievon dem ganzen Befehl, in Kenntniss zu setzen.“
ln Betreff des letzteren Absatzes war der Befehl, wie wirgesehen, durch die Ereignisse übeiholt. General Degenfeld ordnetefür den Fall des Gelingens des Angriffs Oberst-Lieutenants Krausan, Genlis zur Beobachtung von Auxonne besetzt zu behalten.
Wenn General Hann auch heute noch keine entscheidenden Mass-regelu für die Unterbrechung der Verbindungen der Vogesenarmee nachSüden traf, so scheint ihn bei dieser Unterlassung die Erwägung geleitetzu haben, dass Garibaldi noch immer der Rückzug aufSombernon undAutun offen geblieben wäre, welcher ihm bei der Vertheilung derdeutschen Streitkräfte um so weniger zu verwehren war, als die fort-artige Stellung von Talant zu seiner Deckung ganz vorzüglich sicheignete. 1 ) Ob aber die Fortschaffung des Armee-Materials und derschweren Artillerie über Sombernon und Autun angängig gewesenwäre, ist eine andere Frage. —
Zu dem beabsichtigten Angriff auf Dijon sollte es indessennicht kommen. Die im Hauptquartier Garibaldis angestelltenErwägungen über die allgemeine militär-politische Lage sowohl,■als auch über die strategische und taktische der Vogesenarmee imBesonderen hatten in Verbindung mit der völligen seitens desKriegs-Ministeriums gewährten Freiheit zu Entschlüssen geführt,die auch auf diesem Theil des Kriegsschauplatzes die Beendigungder Feindseligkeiten vorbereiteten. Schon um 1 25 A. hatte ColonelGauckler an Freycinet telegraphirt: 2 ) „Dank dem angekündigtenWaffenstillstand sind unsere Truppen überall hin verstreut. Derbesser unterrichtete Feind greift uns heftig an. Ich weiss nicht,"was daraus werden soll und bezweifle, dass die Vertheidigungmöglich sein dürfte.“ Diese Auslassung gewährt einen Einblickauf den moralischen Eindruck, den die Waffenstillstandsverhältnissein Betreff der Kampffähigkeit und Kampfbereitwilligkeit von Führernund Mannschaften der Armee hervorgebracht hatten.
Bordone scheute sich nicht, die Schlussfolgerungen aus derLage zu ziehen und sofort mit ausserordentlicher Thatkraft dieerforderlichen Anordnungen zu treffen und durchzuführen. „Es warnicht zweifelhaft,“ sagt er in seinem „amtlichen“ Buche 3 ), „dass,
i) Kr. A. K. III. HO J11 , Ber. Hanns an den Kaiser. — 2 ) Per. II.78!) No. 75)00. — 8 J Bo. 371. '
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