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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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10., 11., 12. Kompagnie nebst der Batterie in seinem StabsquartierChamdötre zusammenzuziehen und von hier eine starke Feldwachenacli Pont mit Unteroffizierposten zu Tillenay, sowie zur Verbindungbeider einen Reiterposten nach Bois de la Noue vorzuschieben; die9. Kompagnie blieb in Soirans mit einer U/g Züge starken Feld-wache an der Ziegelhütte; die 6., 7., 8. Kompagnie wurden nachAthee, die 5. nach Villers les Pots verlegt. Sämmtliche Ortewurden durch Schützengräben verstärkt

Am 5. Februar 91Ü V. erhielt Kraus von der ZiegelhütteMeldung vom Ausrücken einer in ihrer Stärke noch nicht bestimmbarenInfanterieabtheilung aus Auxonue auf Villers les Pots zu. DerFeind schien einen Ausfall zu beabsichtigen. Kraus liess sofortalarmiren und die Vertheidigungsstellung besetzen; 2 Kompagnienaus Chamdötre sandte er nach der grossen Strasse und stellte beijenem Dorfe Reiterei und Artillerie bereit; 1 Kompagnie schickteer nach Pont. Anfänglich verhinderte ein im Saönethal aufsteigenderNebel das Klarsehen in die gegnerischen Absichten; nachdem ersich verzogen, erkannte man, dass auf einer Wiese unter denFestungswällen ein französisches Bataillon Exerzierübungen an-stellte und nach halbstündiger Dauer in eiligem Marsch sich nachder Stadt zurückbegab. Nach einstündiger Bereitschaft liess daherauch Kraus seine Truppen wieder einrücken. Am Nachmittagbesetzte die 11. Kompagnie Pont und schob 1 Zug nach Tillenayvor. Nach diesem Dorfe hin wurde am 7. zu noch engerer Ein-schliessung und Absperrung der Festung die ganze Kompagnieverlegt, während Pont von 1 Zuge aus Chamdötre und vom 8. abauch durch die Reiterei aus Treclun besetzt wurde; nach Chamdötrerückte wiederum die 9. Kompagnie unter Zurücklassung einesUnteroffizierpostens in Soirans. Die Festung verhielt sich durchausruhig, ihre Streifen überschritten kaum die Thore; trotzdem wurdedeutscherseits ein sehr starker und anstrengender Streifdienst be-trieben. 1 )

Auf dem linken Saöneufer hatte Commandant Chenot mehrGlück gehabt. Schon am 31. Januar Nachmittags hatte er denEingang der Waffenstillstandsnachricht benutzt, um Truppen zurBesetzung eines Waffenstillstandsrayons östlich der Festung vor-zuschieben und mehrere an der deutschen Etappenstrasse gelegeneDörfer, u. a. Raynans, Frasne, Peiutre, ohne Weiteres zu besetzen,wobei er dem Etappen-Kommandanto zu Döle, Major Müllervom 60. Regiment, vom Eintreten der Waffenruhe Mittheilung

i) Fe. 297.