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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Um 5 A. iraf Oberst Knesebeck am 6. in Döle ein. SeineAbsicht war, dort so viel Kräfte als möglich vom I./60 (MajorMüller) an sich zu ziehen und am 7. von Baynans aus zu weiterenOperationen gegen die Festung vorzuschreiten, zunächst den Kom-mandanten zur unbedingten Uebergabe aufzufordern. Im Weigerungs-fälle gedachte er einige Granaten hineinzuwerfen; allerdings saher ein, dass für den Fall ernstlichen Widerstandes seine Kräfte,namentlich an Artillerie, nicht ausreichten. Nach seiner An-kunft setzte sich Knesebeck sogleich mit Kraus schriftlichin Verbindung und forderte ihn auf, bei seinem vielleicht schonam 7. oder 8. stattfindenden Angriff auf Auxonne von der West-seite her mitzuwirken. Kraus antwortete ihm umgehend unterMittheilung seiner Aufstellung:Da westlich der Festung bisTillenay und Yillers les Pots eine freie Ebene liegt und die beidenBrücken von Auxonne zum Abfahren, bzw. Sprengen eingerichtetsind, so kann ich durch Ueberraschung nichts bewirken, ebenso wenigvermag die Batterie gegen die 4 Vierundzwanzigpfünder, welche dieOstfront (soll wohlWestfront heissen? A. d. V.) garniren, auf-zukommen. Meine Mitwirkung bei einem Angriff östlich kann sichdaher vorerst nur auf Demonstrationen beschränken, da ein frühererVersuch (während der Operationen Werders in dieser Gegend. A. d. V.),eine Feldbatterie hier wirken zu lassen, nur den Erfolg hatte, dassdiese schleunigst abfahren musste. 1 )

Nicht mehr Entgegenkommen bei seiner undankbaren Aufgabefand Oberst Knesebeck auf dem linken Saöneufer. Zunächst theilteihm hier Major Müller mit, dass er mit dem Kommandanten vonAuxonne die von Werder genehmigte Abmachung getroffen, dasBois de la Crochere, welches 2 km östlich der Festung sich in einerLängenausdehnung von 4 km zwischen den Strassen nach Döle undVesoul erstreckte, solle neutral sein. Er könne ihm auch nur einebadische Kompagnie zur Verfügung stellen, deren Eintreffen inseinem Stabsquartier Iiaynans der Oberst zum 7. Nachmittags ver-langte. Als Major Müller in den Nachmittagsstunden des 6. vonKnesebecks Absichten dem General Werder telegraphisch Meldungerstattete, verbat sich dieser auf demselben Wege bei dem Oberstendie Verwendung von Truppen des XIV. Armeekorps ohne seine Ge-nehmigung und verlangte Mittheilung seines Auftrages und seinerAussichten auf Gelingen. Noch an demselben Abend entsprachKnesebeck dieser Aufforderung und fügte hinzu, er habe Befehlvon der 4. Division, mit allen verfügbaren Truppen der Etappe

1) Kr. A. W. III. 38 J.