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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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namentlich seitens der ausländischen Offiziere, zahlreiche Abschieds-gesuche zur Folge gehabt. Bordone verstand es in sehr geschickterWeise, die Gemüther in Betreff der Zukunft zu beruhigen undGaribaldis Söhne und Schwiegersohn zu veranlassen, ihre Kom-mandos bis zu ihrer Ersetzung oder bis zur Entlassung der Armeebeizubehalten. Bereits waren gemäss eines kriegsministeriellen Er-lasses vom 24. Februar die Freikorps derselben aufgelöst worden.Nach Abschluss der Friedens-Präliminarien wurde durch Erlass vom2. März auch die Entlassung der Freiwilligen-Kompagnien, sowieder Mobilen und Mobilisirten angeordnet. Die vom Kriegs-Ministerium vorgeschriebene vorhergehende Entwaffnung erregte heiden französischen Truppentheilen vielen Unmuth, da es ihnen unehren-haft erschien, ohne Waffen ihre heimathlichen Bezirke zu betreten.Aber durch den Takt Penhoats, wie durch die Umsicht, die That-kraft und den Einfluss Bordones vollzog sie sich in ordnungsmässigerund befriedigender Weise, eine Aufgabe, die bei der Schwierigkeitder Bestandtheile keine leichte war und deren Lösung die volleAnerkennung nicht bloss des Kriegs-Ministeriums, sondern sogar derFeinde Bordones fand. 1 ) Selbst die letzteren können sich einemZeugniss nicht verschliessen, welches so für Bordones Tüchtigkeitund seine unter den augenblicklichen Verhältnissen sehr anerkennens-werthe Gesinnung spricht, wie das des Admirals Penhoat im 8. Ka-pitel seines an den Marine-Minister gerichteten Berichts, worines heisst:

Keiner vermochte den General Bordone in dem Werke,welches noch zu vollenden blieb (die Entlassung. A. d. V.), zuersetzen. Er allein kannte von Grund aus die Männer dieses Heeres,die Ereignisse, an denen sie Theil genommen hatten, die Empfind-lichkeiten, welche geschont werden mussten. Er allein besass heiGaribaldis Söhnen und den Hauptführern des Korps das erforderlichemoralische Ansehen, um sie, so lange ihre Anwesenheit nothwendigwar, an ihre Dienststellungen zu fesseln. Das hervorragende Ver-ständnis, mit dem er begabt war, seine wunderbare Thätigkeit,seine Arbeitskraft, die ausgezeichnete Gesinnung, von der er unauf-hörlich Beweise lieferte, machten ihn zur unentbehrlichen Stützebei der Entlassung des von ihm organisirten Heeres .... Beiallen Gelegenheiten war der Einfluss des Generals Bordone ent-scheidend und man kann behaupten, dass diesem Einfluss allein,der vom Obergeneral gestützt und wohl verstanden wurde, zu jenerZeit die Buhe der vom Heere besetzten Departements zu danken war.

Bo. 463 No. 163, Ga. 304.