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Tit.
. Die Errichtung einer Kunst- oder Realschule im Jahr 1779 beweist, daß das Bedürfnißeigener Schuleinrichtungen für die gewerbetreibenden Stände in unserer Stadt bereits vor einemhalben Jahrhundert lebhaft gefühlt worden ist. Obschon der Eintritt nur Knaben aus derHauptstadt und aus den Munizipalstädten eröffnet war, so vermehrte sich doch bereits im Jahrder Errichtung die Schülerzahl so sehr, daß neben den drei Classen, auf welche man dieAnstalt anfangs berechnet hatte, noch eine vierte errichtet werden mußte. Die Vereinigungmehrerer ungünstiger Umstände, unter denen die Eröffnung des sogenannten politischen Instituteswohl am bedeutendsten einwirkte, hatte indeß bald nachher wieder eine Abnahme der Schülerzahlund ein fortwährendes Sinken der Anstalt im öffentlichen Zutrauen zur Folge, und gegen daSEnde des Jahrhunderts, vorzüglich aber in den Jahren der Revolution, kam dieselbe, wie auchdie übrigen öffentlichen Untccrichtsanstalten unserer Stadt, in einen Verfall, der zur gänzlichenAuflösung führen mußte. — Beider neuen Organisation unseres Schulwesens im Jahr 1804wurde versucht die verschiedenen Zwecke der zwei frühern Schulen in einer einzigen Cantonal-anstalt zu vereinigen, die sich nicht auf die Bedürfnisse einzelner Stände beschränken, sondernvielseitige Ausbildung überhaupt sich zum Ziele setzen sollte. Dennoch wurde auch in dieserneuen Anstalt das Bedürfniß besonderer Lehrstunden für diejenigen Schüler, die nicht Lateinlernen sollten, in so weit anerkannt, daß man eine eigene artistische Abtheilung anordnete undeinen Lehrer der Technologie einsetzte, der die Schüler derselben während den Lateinstundenbeschäftigen sollte. Das Unzureichende dieser Einrichtung zeigte sich indeß bald so deutlich, daßnach wenig Jahren dieser besondere Artistenunterricht ganz aufgehoben wurde. Zugleich hörteman auch immer lauter klagen, daß in der neuen Schule zu vielerlei und daher nicht Alles mitGründlichkeit gelehrt werde; angesehene Männer, von der frühern Lateinschule her gewöhnt,die Leistungen einer Untecrichtsanstalt einzig nach den Fortschritten in der lateinischen Sprach-kenntniß zu beurtheilen, wünschten Einrichtungen zurück, die den größeren Theil der Schulzeitund allen Nachdruck von Promotionen und Rangbestimmungen jenem Fache gewidmet hatten.Mehr und mehr erhoben sich daher die alten Sprachen wieder zum allein herrschenden Pensumin der Anstalt, und als im Jahr 1821 der Schulunterricht einer neuen Revision unterworfenwurde, fand man zweckmäßig, mit einigen Modificationen wieder zu der ursprünglichen Ein-richtung zurückzukehren und die allgemeine Anstalt in eine Literar - und Realschule zu trennen,