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Gutachten über die Errichtung einer Realschule in Bern : 30.Sept. 1828 / [Bernhard Studer]
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-zu Fleiß und Anstrengung zu gewöhnen, und durch Unterricht im Sprechen, Lesen und Schreibender nothwendigen Grundlage aller Geistesbildung, die fernern Fortschritte fest zu begründen. Essind die Zwecke, die sich eine Elementarschule setzt.

Zweite Stufe. Unterricht des Knaben. Ausbildung und Stärkung der Geisteskräfte,vorzüglich des jetzt erst sich entwickelnden Verstandes. Zugleich Ertheilung und Einübung der-jenigen Kenntnisse und Fertigkeiten, die der künftigen Bestimmung des jungen Menschen ent-sprechen. Je nach dieser Bestimmung können wir unter den Schülern dieser Stufe zwei Abthei-lungen unterscheiden.

1. Diejenigen, deren künftiger Beruf eine gründliche Erlernung der alten Sprachen erfor-dert , und die diesem Zwecke den größten Theil ihrer Zeit und ihres Fleißes opfern müßen. Dieauf diese Schülerclasse berechneten Anstalten siud die Literar- oder Lateinschulen.

2. Schüler, deren künftige Bestimmung keine tiefere Kenntniß der alten Sprachen voraus-setzt, für welche dagegen neuere Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften von höhererWichtigkeit sind. Die Untcrrichtsanstalten, in denen diese Fächer vorherrschen, die altenSprachen aber gar nicht, oder nur untergeordnet erscheinen, heißen Realschulen.

Dritte Stufe. Lehranstalten des frühern Jünglingsalters. Auch auf dieser Stufe, wieauf der vorigen, zertheilt sich der Lchrcurs nach zwei Hauptcichtungcn.

1. Der Literarschüler tritt in höhere Gymnasien, Pädagogien und ähnliche Anstalten, indenen er sich durch classische Studien und Philosophie auf die Facultätswissenschaften vorbereitet.

2. Die große Classe der Realschüler muß wieder zertheilt werden in

solche, die unmittelbar nach dem Austritt aus der Realschule zur Erlernung ihres künf-tigen Berufes übergehen. Für diese ist der Unterricht dieser Stufe die Lehre in Comp-toirs, Büreaux, Werkstätten u. s. w.

I>. Diejenigen, deren künftiger Beruf eine tiefere Vorbereitung durch wissenschaftliche Studienfordert. Diesem Bedürfnisse kommen die Industrieschulen, technischen undpolytechnischen Institute entgegen.

Vierte Stufe. Der Unterricht des spätern Jünglingsalters ist nun der Berufsunterrichtselbst. Der Literarschüler findet denselben auf Akademien und Universitäten, der Realschüler,theils in der fortgesetzten oder jetzt erst beginnenden Lehre, theils in sogenannten Applications-schulen, in Handlungsschulen, Militärschulen, Schulen für Architectur, Straßenbau, Wasser-bau u. s. w.

Von den verschiedenen Anstalten dieser vier Stufen ist es, mit Uebergehung des ganzen lite-rarischen Unterrichts, die Anstalt der zweiten Stufe, nämlich eine Realschule, welche dieCommission der hohen Stadtbehöcde zur Ausführung glaubt empfehlen zu sollen.

Für den Elementarunterricht ist in unserer Stadt, theils durch die Elementarschule der Can-tonalanstalt, theils durch ben Unterricht im Waisenhaus, theils endlich durch die Stadt- und