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Albrecht von Hakler.
sgeb. 1705.
sein unschädlich Gemüth und die prächt'ge Gestalt. Am Löwen war dieTapferkeit und die ungemeine Stärke der Vorzug. Ein schlauer Affe riethauf den Elephanten. „Er ist stark/" — sagte er/ — „wie der Löwe/ unddennoch so gütig/ wie der Hirsch." —
Ein Fürst ist allznschwach/ der nicht zu zürnen weiß;
Sein »»beschütztes Volk steht fremder Herrschaft preis.
Ein Landbezwinger ist «in allgemeiner Würger/
Der Nachbar'n Straf' und Furcht; -och mehr noch seiner Bürger.Der ist vollkommen groß/ wer/ recht an Gottes Statt/
Zum Frieden Huld und Recht/ und Muth zum Siegen hat.
6. Der Fuchs und die andern Thiere.
Ein König sagte in Indien eine allgemeine Jagd an. Man machte An-stalt/ einen ganzen Wald mit Tüchern und mit Federn zu umgeben undviele tausend Menschen fingen a»/ sich in einen Kreis zu stellen. Noch warder Ring dünn' und große Lüken zwischen den Jägern. Aber dem Fuchsegefielen die Anstalten nicht. — „Rettet euch!" — sagte er zu den andernThieren/ — „weil noch eine Lüke frei ist; bald dürft' es zu spät seyn." —Der starke Löwe, der schnelle Hirsch/ der schlaue Affe lachten über die Furcht-samkeit des Fuchses und verließen sich auf ihre Kräfte/ ihre Geschwindigkeitund ihre List. Als der Kreis nun geschlossen war/ die Menschen immernäher anrückten und endlich mit Wurfspießen die eingesperrten Thiere häufigerlegten; sagte der Fuchs: „ich bin weder schnell noch tapfer/ aber hier binich sicher/" — und kroch in ein Loch/ das er indessen gescharrt hatte. Dieandern Thiere wurden alle getödtet oder gefangen.
Die sich're Kühnheit höhnt abwesende. Gefahr/
Scherzt/ wo sie fürchten soll/ »ertrotzt die theure Stunde/
Wo Rettung möglich war.
Und wann der reife Sturm ihr über'm Haupte schwebt/
Und die empörte See die starken Wellen hebt;
So geht ihr blinder Stolz auch unbeklagt zu Grunde-Die Klugheit sieht den Sturm in fernen Wolken drohen,
Flieht sichern Häfen zu, entzieht sich dem Orkan'
Und sieht dann auch getrost: wie dort der OceanUnwiderstehbar tobt/ wovor sie früh entflohen.
4. Morgengedanken.
Der Mond verbirgt sein Licht; der Nebel grauer SchleierDeckt Luft und Erde nicht mehr zu;
Der Sterne Glanz erblaßt, der Sonne reges FeuerStört alle Wesen aus der Ruh'.