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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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Christ. Fürchtegott Geliert.

sgeb. 171S.

Und gab für wenig Geld sein Glück,

Den schönen Reichthum aus den Händen

Und bat doch ferner das Geschick,

Ihm mehr der Gaben zuzuwenden.

O Thor," rief ihm die Gottheit zu,

Was quälst du mich, dich zu beschützen?

Wer wäre glücklicher als du;

Verständest du, dein Glück zu nützen?

Du wünschest dir, mit Angst, ein GlückUnd klagst, daß dir noch kein's erschienen.

Klag' nicht! es kommt gewiß ein günst'ger AugenblickAllein bitt' um Verstand: sich seiner zu bedienen!Denn dieses ist das größ'ste Glück.

5. Der Blinde und der Lahme.

Ao.n Ungefähr muß einen BlindenEin Lahmer auf der Straße finden,

Und Jeder hofft schon freudenvoll,

Daß ihn der And're leiten soll.

Dir," spricht der Lahme,beizustehen?Ich armer Mann, kann selbst nicht gehen.

Doch scheint's, daß du, zu einer Last,

Ein Paar gesunde Schultern hast.

Entschließe dich, mich fortzutragen;

So will ich dir die Stege sagen;

So wird dein starker Fuß mein Bein,

Mein Helles Auge deines seyn."

Der Lahme hängt mit seinen KrückenSich auf des Blinden breiten Rücken.

Vereint wirkt also dieses Paar,

Was, einzeln, Keinem möglich war.

Du hast nicht das, was And're haben,

Und Andern mangeln deine Gaben.

Aus dieser UnvollkommenheitSprießt Nutzen und Geselligkeit.