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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
Entstehung
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21
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gest. 1769.)

Christ. Fürchtegott Geliert.

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6. Das Rartenhaus

Ein Kind greift nach den bunten KartenEin Haus zu bauen, fallt ihm ei».

ES baut und kann es kaum erwarten;Bis daß sein Haus wird fertig seyn.

Doch Wer wird gleich den Muth verlieren?

Das Kind entschließt sich fehnfucktvollEin neues Lustschloß aufzuführen,

Das jenes noch verdunkeln soll.

Nun steht der Bau. ö, welche Freude! Die Sehnsucht muß den Schmerz besiegen,Doch, ach! ein ungefährer Stoß DaS neue Haus steht endlich da.

Erschüttert Plötzlich das Gebäude, Beglücktes Kind! als mit Vergnügen

Und alle Karten lassen los. Sein beß'res Haus es fertig sah.

Ermatte nie in deinen Pflichte»;

Ob mancher Tag auch Kummer bringt!Geduld und Muth kann Viel verrichten;Wenn auch nicht Alles gleich gelingt.

7. Der Reisende.

Ein Wand'cer bat den Gott der Götter,

Den Zeus, bei ungestümmem Wetter,z, Um stille Lust und Sonnenschein.

Umsonst! Zeus läßt sich nicht bewegen.

Der Himmel stürmt mit Wind und Regen;

Denn stürmisch sollt' es heute seyn.

Der Wand'rer setzt, mit bitt'rer Klage:

Daß Zeus, mit Fleiß', die Menschen plage,

Die saure Reise mühsam fort.

So oft ein neuer Sturmwind wüthetUnd schnell ihm, stillzustehn, gebietet;

So oft ertönt ein Lästerwort.

Ein naher Wald soll ihn beschirmen.

Er eilt, dem Regen und den StürmenIn diesem Holze zu entgeh'n;

Doch, eh' der Wald ihn aufgenommen,

Sieht fern er einen Räuber kommen

Und bleibt vor Furcht im Regen steh n. ,

Der Räuber greift nach seinem Bogen,

, Den schon die Nässe schlaff gezogen ;

Er zielt und faßt den Pilger wohl;

Doch Wind und Regen sind zuwider;

Der Pfeil fällt matt vor dem darnieder,

Dem er das Herz durchbohren soll.