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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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Christ. Färchtegott Geliert.

»b. 171L.

O Thor," läßt Zeus sich zornig hören,Wird dich der nahe Pfeil nun lehren:

Ob ich dem Sturm' zu viel erlaubt?Hätt' dir ich Sonnenschein gegeben;

So hätte dir der Pfeil das Leben,

Das dir der Sturm erhielt, geraubt."

8. Das Rutschpferd und der Ackergaul.

Ein Kutschpferd sah den Gaul am Pfluge zieh'nUnd wieherte, voll Trotz, auf ihn.

Wann," sprach es und begann sich schön zu hebe»,Wann kannst du dir ein solches Ansehn geben?

Und wann bewundert dich die Welt?"

Schweig," rief der Gaul,und laß mich ruhig pflügen! -Denn, baute nicht mein Fleiß das Feld,

Wie wolltest du den Hafer kriegen,

Der deiner Schenkel Stolz erhält?"

Die ihr die Niedern so verachtet,

Vornehme Müßiggänger, wiß't,

Daß selbst der Stolz, mit dem ihr sie betrachtet,

Auf ihren Fleiß gegründet ist.

9. Der Jüngling und der Greis.

,-^8ie fang' ich's an, um mich empor zu schwingen?"

Fragt' einst ein Jüngling einen Greis.

Der Mittel,""hub der an,um es recht hoch zu bringen,Sind zwey bis drey, soviel ich weiß.

Sey tapfer! Mancher ist gestiegen;

Weil er entschlossen in Gefahr,

Ein Feind von Ruh' und von Vergnügen

Und durstig nach der Ehre war.

Sey weise, Sohn! den Niedrigsten auf ErdenJst'S oft, durch Witz und durch Verstand geglückt,

Am Hofe groß, groß in der Stadt zu werden:

Zu Beiden macht man sich durch Müh' und Fleiß geschicktDies sind die Mittel großer Seelen.""

Doch die sind schwer; ich will dir'S nicht verhehlen;

Ich hatte leichtere gehofft."

Gut,"" sprach der Greis,.willst du ein leichter' wählen;So sei ein Narr! auch Narren steigen oft."" -