gest. 17öS.)
Christ. FLrchtegott Geliert.
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Die Gans wird eingekauft und in den Stall gethan;
Auch wohnt jetzt neben ihr ein kalekutscher Hahn.
„Nun,"—sprach sie, — „seh' ich ganz, wie man Verdienste schätzet;Weil man solch' einem Herrn mich an die Seite setzet.
Im Dorfe lief ich mir die müden Füße wund;
Hier steckt man mir sogar die Bissen in den Mund, —
Hegt auf dem Schooße mich und giebt mir Milch zu trinken;
Auch seh' ich oft die Frau mit holdem Blick' mir winkenWas denk' ich mir davon? — das muß wol Liebe seyn."—
„ „Ach,""—schrie die Magd,—„ „dein Fett,-ein Fett nur nimmt uns ein;Doch muß ich diesen Spaß auch meinem Fräulein sagen;
Denn, hätte sie kein Geld, Wer würde nach ihr fragen?"" —
15. Die Freunde.
Awei Freunde wandelten durch einen dichten Wald.
Der eine sprach: „hier ist der Bären Aufenthalt."
Der And're sprach: „„hier sind von mehrern DiebeshordenOft Reisende beraubt und oft getödtet worden."" —
Dann sprachen Beide: wohl, was uns auch treffen mag;
Als Freunde waren wir vereint bis diesen Tag;
Wir bleiben's künftig auch und werden in GefahrenUns durch verbund'ne Kraft in jeder Noth bewahren. —
Kaum war dies Wort gesagt; da zog ein großer BärAuf uns're Freunde schon aus dem Gebüsche her.
Der eine stüchtete sich schon auf eine Eiche;
Der and're aber fiel und lag, wie eine Leiche,
Am Boden hingestreckt; weil er einmal gehört,
Daß nie ein Bär vom Fleisch' erschlag'ner Menschen zehrt.
Der Bär sprang auf ihn los; er doch verhielt den Oden;
Der Bär beroch ihn rings, beleckt' ihn auf dem Boden,
Und lief zuletzt davon; weil er als todt ihn nahm. —
Jetzt sprang der Freund vom Baum', und als er nahe kam,
Rief er: „was hat der Bär dir in das Ohr gesprochen;
Als er am Boden dich beschniffelt und berochen?" —
„„Er hat,""—sprach jener, —„„mich gewarnt: nimm dich in AchtVor Freunden, die die Noth sogleich dir untreu macht!""—