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Christoph Joseph Sukro
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2. Der Adler und der Tiger.
der Afrikaner Sande
Würgt' ein Tiger weit und breit,
Und das Volk im halben LandeFloh vor seiner Grausamkeit;
Bis ein Mohr mit List und GlückeEinst ihn in die Falle trieb,
Wo ein sinkend' Felsenstücke,
Quetschend, auf ihm liegen blieb.
Da er hier sich, brüllend, schmiegetUnd auf Schmer; und Hunger flucht,
Sieht er: wie ein Adler fliegetUnd sein Morgenfutter sucht.
Gleich soll Arglist ihm erwerben,
Was die Ohnmacht ihm versagt;
Weil, vor dem gewissen Sterben,
Noch sein Grimm das Letzte wagt:
Weinend, sängt er an zu flehenUnd erweicht des Adlers Herz.
Dieser senkt sich aus den HöhenGroßmuthvoll kaum niederwärtsUnd beginnt umher zu schauen,
Wo die Last sich etwa regt;
Als der Tiger ihm die KlauenPlötzlich in'S Gefieder schlägt.
M Doch umsonst! — Mit leichtem SprungeM Hebt der Vogel sich in Ruh.
Nur der Stoß von seinem SchwüngeStürzt die Falle starker zu.
« Der Betrüger sinkt darnieder,
Und der Adler höhnt die Noth.
„Meine Federn wachsen wieder;
Dir nun," — spricht er, — „lohnt der Tod." —Blutgier und erboßte Tücke
Flieht des Himmels Strafe nie,
Und ein wachsendes Geschicke
Sucht und trifft und richtet sie.
Schlingen, die der Unschuld dräuen,
Streifen nur den sichern Fuß,
Wenn in eig'nen Bübereien
Wuth und List sich würgen muß.