Buch 
Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
Entstehung
Seite
31
JPEG-Download
 

gest. I7LS.)

Christoph Joseph Sukxo

Z1

Dem Ruhm läßt sich'ö sehr schwer entsagenDer einmal uns die Brust gerührt.

Der graue Tänzer wird sich wagen;

Bis er den letzten Preis verliert. X

Wenn eine Schöne längst veraltet;

Wenn eines Dichters Blut erkaltet;

Putzt die sich noch/ und dieser singt,

Und schätzt sie dann die Welt geringe;

Wer hat die Schuld? Der Lauf der Dinge,

Der alte Narren nicht verjüngt.

4. Die Nachtigall und der Pfau.

Ein Vogel von besond'rer SchöneEin Schmuck der bunten Pfauensöhne,

An Wuchs und Farben und Gestalt,

Bewohnte noch den stillen Wald.

ES hatt' ihn dieser Wald erzogen.

Und von den Vögeln überall,

Die hier mit ihm einst ausgeflogen,

Gefiel ihm eine Nachtigall.

Der Nachtigall gefiel er wieder;

Sie sang ihm tausend süße Lieder,

Und, wo er flog und tpo er ging,

Da folgte ihm das munt're Ding.

Und aller andern Vögel Schaaren,

^ Die meistens wol in ihrem SinnViel artiger und schöner waren,

Beneideten die Sängerinn.

So ging manch' schönes Jahr vorüber,

Und das Jelänger und JelieberVermehrte dem getreuen Paar'

Die Freundschaft nur mit jedem Jahr'.

Des Einen Werth wuchs stets von frischenAn Schönheit und zufried'ner Ruh'.

Die And're sang aus ihren BüschenIhm täglich süß're Weisen zu.

Doch was geschieht? den schönen PfauenLäßt einst ein Quell sich selber schauen,

Der, wie Kristall, so rein und klar,

Dort einem Fels entsprungen war;