Joh. Wilh. Ludw. Gleim
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„„Ach,"" - schrie er, - „„Wald und Wiese,Ihr Zeugen meiner Noth,
Hier schwur mir dieser Riese;
Hier giebt er mir den Tod."" —
Der Ries', ein schlimmer Spötter,
Sprach: „das bin ich gewohnt;
Der fürchtet keine Götter,
Der keines Menschen schont.
10. Der wandersmann und der Rolibri.
Ein Mensch, der sich die Welt nie überdrüßig sah,
Der hinter Nubien, zu London und Surate,
In Lappland, Tripoli und Japan Brüder hatte,
Kam endlich nach Amerika.
Dergleichen lange Fahrt pflegt Schiffer abzumatten- —
Er warf sich unter einen Baum,
Um unter dessen kühlen SchattenEin wenig auszuruh'n; allein er schlummert kaum;
Als ihn ein stark' Geräusch' erwecket,
Davon er keinen Grund entdecket. —
Indem er um sich sieht, so fliegt ein VögeletnAus dem belaubten Ast', in dessen bunten FlügelnSich Gold und Iris Farben spiegeln. —
Der Vogel selbst war wunderkleinUnd kaum von Mayenkäfer Dicke„Kannst du so rauschen, o du Mücke?" —
Rief hier der Wandersmann. — „„Ja,"" —sprach der Kolibri, —„„Hierüber darfst du dich nicht härmen;
ES heißt bey Menschen wie bey'm Vieh:
Der Kleinste macht den größ'sten Lärmen.
Joh. Wilh. Ludw. Gleim,
geboren am 2. April l7lS, gestorben am 18. Februar 180Z.
1. Das Glück der Tugend.
Unschuldige Jugend, Nur Feinde der Tugend
Dir sey eS bewußt: Sind Feinde dew-Lust! —