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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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Joh. Wilh. Ludtv. Gleim

sgeb. 1719.

Ja, Tugend und FreudeSind ewig verwandt;Es knüpfet sie BeydeEin himmlisches Band.

2. Benutzung der Zeit.

Astücke Rosen; weil sie blüh'n! Zu Genuß und Arbeit, istMorgen ist nicht heut. Heut' Gelegenheit.

Keine Stunde laß entstieh'n! Weiß'st du, wo du morgen bist?Flüchtig eilt die Zeit. Flüchtig eilt die Zeit.

Aufschub einer guten ThatHat schon oft gereut.

Hurtig leben ist mein Rath.

Flüchtig eilt die Zeit.

Z. Flucht der Zeit.

Den flüchtigen TagenWehrt keine Gewalt.Die Räder am Wage»Entflieh» nicht so bald.

Wie Blitze verfliegen,

So eilen sie hin.

Ich will mich vergnügen;So lang' ich noch bin!

4. Die Wespe und der Hengst.

Eine kleine Wespe stachEinen Hengst; er schlug darnachDoch die kleine Wespe sprach:

Liebes Hengstchen, nur gemach!

Denn ich sitz' am guten Orte;

Glaube mir! du triffst mich nicht."Endlich giebt er gute Worte,

Und die kleine Wespe spricht:

Sanftmuth findet stets GehLr.

Sieh', nun stech' ich dich nicht mehr."

5. Der Hirsch, der Has' und der Esel.

Ein Hirsch mit prächtigem Geweih'

Von achtzehn Enden ging spatzieren.