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Johann N i k. G ö tz.
He». 1721.
Johann Nik. G ö H,
geboren 1721; gestorben 1781.
1. Der Menschenfreund.
An einer Stadt, die einst durch Brand zusammenFast ganz in Schutt und Asche fiel,
Ergab sich dieses Trauerspiel. —
Ein kleines Kind lag mitten in den Flammen,
Dem fürchterlichsten Tode nah.
Ein ed'ler Fürst, des Landes Vater, sahDes Kindes Noth, rief alles Volk zusammenUnd bot Dem, Wer es reiten sollte,
Zum Lohne tausend Thaler an. —
D'rauf stürzte fich ein armer Mann,
Da Keiner sonst es wagen wollte,
Hindurch die lichte Gluth,
Und seinem Edelmuth'
Gelang die schöne That. — Dem Tod' entrissen,
Legt er das Kind zu seines Fürsten Füßen. —
„Freund," — sprach der Fürst, — „du bist belohnenswerth;Hier! — nimm noch mehr, als du begehrt!" —
„„Nein,"" — sprach der Arme, — „„Gott, der Herr,
Hat schon gelohnt; er half. — Wozu noch mehr? —
Verkaufen wollt' ich ja mein LebenFür einen Beutel Goldes nicht;
Ihr mögt'S den armen Leuten geben; —
Das, was ich that, war meine Pflicht.""
Ein Herz, von Edelmuth bewohnt,
Ist durch sich selbst am Herrlichsten belohnt.
2. Sokrates und der Jüngling.
Ein Jüngling that auf seine Schönheit stolz;
Den führte SvkrateS zu Phöbos Tempel,
Wo dieser schöne Gott in Marmor stand. —
„Was spräche Der, wofern er sprechen könnte,
Mit Wahrheit von sich selber?" — fragt' er ihn.
Der Jüngling giebt zur Antwort: „„Dieser spräche