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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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49
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gest. 17S74

I. Adolph Schlegel.

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2. Die Taube/ Dohle und Elster.

An einer Stadt/ wo man vorlängst der EitelkeitDen Putztisch zum Altar geweiht/

Wo Häßliche der Göttinn Spiegelglas berückte/

Die Alte sich gleich Jungen schmückte/

Wo auch die Thiere schon des Beispiels SchädlichkeitErgriff'/ in dieser Stadt/ dicht an der PleißeGerieth mit einer Dohl' einst eine weiße/

Durch einen stolzen Kröpf gezierte / Taub' in Streit.

Was war der Grund? Was drey Göttinnen einst entzweyt:

Der Schönheit Rang. Der Streit ist wichtig.

Die Taube sprach:bist du denn übersichtig?

Mir schätzest du dich gleich? Die EitelkeitIst unerhört; du bist am ganzen LeibeSo schwarz / daß man mit dir zu fürchten machen kann;

Doch deinen Hochmuth seh' ich nur voll Mitleid an;

Weil das ich/ was ich bin/ wol bleibe."

Die Dohle spricht:ich bitte dich:

Nur nicht zu zeitig triumphiret!

/ Die schwarze Färb' ist königlich;

Weil sie der Adler selber führet;

Die weiße Färb' ist kalt/ so kalt/ daß Einen frieret.

Ein Vogel/ von Geschmack'/ giebt mir gewiß den Preis.

Zu Endung uuser's Awist'S/ mag uns die Elster richten;

Denn die ist Beides: schwarz und weißUnd/ wie mich dünkt/ geschickt/ solch' einen Streit zu schlichten,""Die Taube willigt d'rein. Schon hält in ihrem Sinn'

Sich Jede für die Siegerinn/

Und stiegt/ wie im Triumph' / zur Elster hin.

Doch diese spricht:wahrhaftig/ euch geziemt/

Zu streiten: Wer die Schönste sey'!

Die Farbe/ deren ihr euch rühmet/

Ist nun ein ekles Einerley;

Ihr seyd sehr frech; ich bin hier selbst zugegen/

Und gleichwol mög't ihr euch nicht scheu'»/

Der Schönheit Preis euch beizulegen;

Wiß't! Wer gefallen will/ der muß mir ähnlich sey'n."""

6. Die heiligen Bäume.

Mach Pallas Beispiel'/ fällt es einst den Göttern ein/Daß sie sich Bäume wählen wollen/

D