Friedr. Gottlieb Kloppstock.
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Er wußte nicht sich satt zu seh'n —
Und hielt/ — wie konnt' es je ihm hier an Freuden fehlen? —Den bunt'ften Stoff/ die prächtigsten Juwelen/
Bei einer Blume/ nicht für schön. —
Ein Mohn schien rund umher die Blumen zu beschämen;
Der Mohn war voll und bunt; er steht dem Knaben an;
Er bricht / — wie leicht man denken kann/ —
Ihn hurtig ab/ ihn mitzunehmen; —
Er bricht ihn hurtig ab und sieht die Biene nicht.
Die auf der Blume liegt und sich viel Wachs verspricht.
Die Biene zürnt nnd denkt: „er soll's empfinden!" —
Was zürnt sie denn? — sie kann daS/ was sie hier verlor/Gleich bei dem nächsten Mohne finden;
Doch handelt wol die Rachgier stets nach Gründen?
Den Gründen geht bei ihr/ was Zorn räth/ vor/
Und schwachen Feinden ist die Rachgier angeboren.
Der Knab' erschrak; da er die Biene fand.
Das Thierchen, das bei sich ihm Rache zugeschworen/
Fliegt/ summend/ ihm um seine Hand.
Sie sticht ihn voller Wuth; doch bleibt ihr Stachel stecken;
Ihr geht'S/ wie meistens es der Rachgier geht:
Der Rache kleine Lust zu schmecken
Und einen kurzen Schmerz dem Knaben zu erwecken/
Stirbt sie durch ihren Zorn und sie erfährt zu spät/
Daß/ Wer von Rachgier leicht entbrennt/
Nie seinen eig'nen Vortheil kennt. —
Friedr. Gottlieb Klopp stock,
geboren 1724; gestorben 1803.
1. Mein Vorsatz.
Meines Lebens werth zu sey»/ LustundWohlthunwünschtmeinHerz/-Will ich wohlthun und mich freu'n. Fassung/ bei Gefahr und Schmerz';Rein von Sorgen Doch in Grillen
Soll mein Morgen —/ Mich zu hüllen:
Soll mein Abend heiter seyn; Dies entehrte wol mein Herz;Wohlthun will ich und mich freu'n! Mein Beruf sey Fleiß und Scherz!
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