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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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Just. Friedr. Wilh. dachariä,

fgeb. 1726.

Auf der Wange SittsamkeitNeben Rosen siehet/

Und des Mundes LieblichkeitWeisheit ersi erhöhet:

Wo Bewegung, Stimme/ Gang,Alles harmoniretUnd/ wie reizender Gesang,

Gleich, beim Anblick, rühret:

Wo das Herz, mit Lieb' erfüllt,Gegenlieb' erwecketUnd die Menschen, Gottes Bild,Überall entdecket:

Da ist Schönheit, Trefflichkeit,Lieb' und Wohlgefallen.

Da gefällt man allezeit;

Da gefällt man Allen.

9. An einen Krammetsvogel in der Schlinge.

Annes, kleines, liebes Thier,0, wie traurig hangst du hier!Ach, der falsche Reiz der BeerenUnd ihr lächelnd ScharlachrothSchien dir Freude zu gewähren,Und die Freude war dein Tod,

Besser, suchtest du für dichDeine Speise kümmerlich:

Bei der Armuth kargen FestenDroht nicht Schlinge, Eist und Stahl,Doch nicht selten Weh' den Gäste»,Bei der Wvhllust Freudenmah!'.

Mich verführ', im Überfluß',

Nie unmäßiger Genuß!

Giebt's zu trinken, giebt's zu essenUnd mir winkt die Schwelgerei;

So will ich es nie vergessen:

Auch die Schlinge hangt dabei.

Just. Friedr. Wilhelm Zachariä,

geboren 1726, gestorben 1777.

1. Der R ä r «r e r.

Ein Kärner, der, zu eig'nem Schaden,Sein kleines Fuhrwerk überladen.

Saß endlich fest mit seiner LastIn einem Wege, voll Morast.

Sogleich rief er den Gott der Stärke,

Den Herkul an zu gutem Werke,

Und bat, mit vielen Thränen, ihnMit seinem Karr'n herauszuzieh'n