gest. 1777.)
Johann Gottlieb Willamow
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„„Nun ist's zu spät; da dich das Unglück schon berroffen."" —
Wer sich nicht rathen läßt/ hat Hülfe nicht zu hoffen.
6. Der Mensch, das Vergnügen und der Schmerz.
„H8er bist d»/ freundlich' Kind?" — „„Ich nenne mich Vergnügen."" —„Und — d»/ Triefäugiger/ aus dessen finstern ZügenVerdruß und Gram und Kummer spricht?" —
»„„Ich bin der Schmerz.""" — „Dich mag ich nicht. —
Doch du/ o schönes Kind/ sey mein!" —
„„Nicht also/ Freund! — das kann nicht seyn- —
Wer mich verlangt/ der muß sich auch bequemenDen/ mir Gesellten mitzunehmen."" —
„O pfui! das ist wol nur dein Scherz? —
Ihr/ Feinde/ wärt so nah verbunden?" —
„„Ja/ Freund / so steht des Schicksals fester Schluß.
Sieh nur! dies feste Band/ das uns verknüpfen muß/
Hat seine Hand uns selbst umwunden. —
Wir bleiben »»zertrennt verbundenUnd folgen stets einander auf den Fuß."» —
7. Der junge Bauer und sein Vater.
,,^sn einem alten Buch/ das ich bel'm Pastor fand/" —
Sprach Fritz/ ein BauerSsohN/ — „hab' ich gelesen/
Daß vormals eine Zeit gewesen/
Die man die goldene genannt.
Das Korn ist da von selbst hervorgekommen;
Die Fische sind/ gekocht/ im Teich' umhergeschwommen;
Die Bäche/ — heißt cS/ waren Wein/
Und in der Luft sah man gebrat'ne Tauben fliegen;
O/ wäre noch die Zeit; — denk't/ Vater: welch' Vergnüge«/ —In solcher Welt ein Mensch zu seyn:"
„„Ei sa, du würdest Viel von diesem Allen kriegen!
Wir wären dä gewiß ein gut' Theil schlechter d ran.
Sprich! wenn der Junker selbst sein Feld bestellen könnte;
Ob er uns wol ein Fleckchen Ackers gönnte? —
Jagd/ Wiesen/ Fischerei maaßt' er gewiß/ sich au.
Was bliebe denn für uns in solchen gold'nen Zeiten?"" —„Nein / Vater/ so müß't ihr'S nicht deuten;
Das Buch sagt euch: da war noch Keiner reich,
Da war noch gar kein Herr; wir waren Alle gleich."