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Johann Gottfried von Herder. »v. 1741
Johann Gottfried von Herder,
geboren 174t; gestorben 180Z.
1. Die R u n st.
Aus -er Schaar der GötterfreudenStahl die jüngste Freude sich,
Und der Fleiß, «in Sohn der Leiden,
Nahte zu ihr jugendlich.
Unschuld war in ihren Mienen,
Treue war in seinem Blick',
Und die Liebe zwischen ihnenStiftete der Beiden Glück.
„Ich ermatte," — sprach die Schöne, —
„Gieb mir deine sichre Hand!" —
„„Nimm sie!"" — sprach er, — „„Eintracht kröneUnser Beider treues Band!"" —
Also wohnten sie im Schatten,
Unter aller Götter Gunst,
Und das Kind, das Beide hatten,
War ein schönes Kind: die Kunst-
Von der Mutter lebte Fülle —,
Götterfüü' in ihrer Brust,
Und der Vater gab ihr Stille,
Fleiß und Emsigkeit zur Lust.
Sorgsam hat er sie erzogen;
Zärtlich hat er sie gesäugt:
Götter waren ihr gewogen;
Menschen waren ihr geneigt.
Aber, als, sie zu vermählen,
Nun die frohe Zeit erschien, —
Wer der Götter wird sie wählen?
Wem der Menschen — sie verlieh'»? —
Zwischen Erd' und Himmel schwebteSie, der Göttlichkeit geweiht;
Denn der Mutter Gottheit lebteIn des Vaters Sterblichkeit.