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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
Entstehung
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91
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gest. 17S2ss

Christian Kajus Loren; Hirschfeld.

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geschmückt und hin und her von den Scenen ländlicher Arbeiten wiederbedeckt ist! Welch' froher, vermischter Lärm rings um uns her! Wiedie freyen Bäche zwischen den Blumen rieseln! Wie die Stiere denfrischen Weiden entgegenjauchzen! Wie die mannigfaltigen Stimmender Mgel, die unter dem blauen Himmel umher schwärmen, in das ein-förmige Lied des Kukuks, der den Frühling ausruft, und in das Geschwätzder Frösche einteilen, unterdessen ein warmer West, schmeichelnd, unsreWangen umfließt und ein süßer Geruch aus der jungen Erde hervorath-met. Ueberall ist Frühling; überall schallt die Freude des vergnügtenIahr's und werkt den Wiederhall,

Was für eine Veränderung hat sich in allen Theilen der Natur aus-gebreitet, und wie allgemein ist die wohlthätige Güte des Wesens, das dieIahrszeiten in ihrer Ordnung abwechseln läßt, unsre Erde, die von ih-rer Mühe ausgeruht hat, wieder mit Fruchtbarkeit und Freude schmücktund die ganze Schöpfung bis in ihre geheimsten Tiefen belebt! Noch vorwenigen Monathen war die ganze Fläche der Erde mit einer kalten Un-fruchtbarkeit und einer todten Stille überdeckt; diese Thäler, die itzt dieWollust des Auges sind, lagen in einer tiefen Trauer vergraben; dieseBerge, die itzt ihr grünendes Haupt in die Wolken erheben und an derenfruchtbarem Abhänge die frohe wollige Heere klettert, standen im hohenSchnee', erstarrt, diese belaubten Gänge, die itzt der Nachtigall eine ange-nehme Zuflucht geben, waren nackte Reiser und Zweige, die unter der kal-ten Last des Winters arbeiteten; diese Bäche, die itzt, mit lautem Gemur-mel, dahin hüpfen, waren mit einer eisernen Kette in ihrem Laufe ge-hemmt; der Nordwind heulte über Städte und Dörfer dahin und schüt-telte von seinen schrecklichen Flügeln Reif und Eis und Kälte und Ver-wüstung herab; die Schöpfung schien einem ewigen Tode übergeben zn

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seyn.

Aber kaum hauchte der Athem des Allmächtigen; so drang das Lebenwieder in alle Adern der erstorb'nen Geschöpfe. Er winkte der Sonne,sich unserm Erdball' zu nähern, und die Luft ward mit einer befeuchten-den Wärme erfüllt. Das ganze Reich der Pflanzen empfand den wohlthä-thätigen Einfluß, und seine belebten Säfte drangen in allen Theilen zumneuen Wachsthum' hervor. Die Erde gebar aus ihrem mütterlichen SchooßeGras, Kräuter und Blumen, ließ ihre Kinder hervorgeh'n und zeugte sieals ihre stolzeste Zierde. Die dichten Wolken verflogen, und der Himmellächelte über das hervorsprießende Grün der Felder hin.

Zwar verlor er noch oft seine frühe Heiterkeit und verhüllte seinenGlanz in Hagel und Schnee; die zurückkehrende Kälte, hemmte die Wirkun-gen der Sommenstrahken, und die, noch schwachen, Kräfte deSJahr'S warenin Gefahr, in ihrer Geburt erstickt zu werden. Die Hügel, auf welchenschon die Weide der Lämmer hervorgrünte, wurden noch einmal mit einemflimmernden Gewand' überkleidet. Der erste Schmuck der, sich belaubenden,