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Leopold Friedrich Günther von Göckingk. sgeb. 174s.
Dies Fischen und dies WiegenMacht ihnen solch' Vergnügen,Daß gern sie Tag sür TagSich d'ran erlußigt hatten;Nur: daß der Kahn an KettenUnd einem Schlosse lag>
Doch als einst ausgefahrenNun beide Eltern warenUnd nicht sich deß' versah'»;Da suchen sroh die KnabenDen Schlüssel sich und trabenDamit fort nach dem Kahn'.
Bei hochvergnügtem Muthe,
Schwebt ihre AngelrutheNun mitten über'm Teich'. —„He," rief ein Hirt, der naheDem Zaun' stand und dies sahe, —>„Sah' i?t der Vater euch!" —
Doch uns're Junker kehrtenDen Rücken ihm und hörtenDie Warnung kaum mir an.
Jtzt zuckt die Schnur; — o Freude!Ein großer Fang für Beide, —
Ein Karpfen hangt daran.
Der Eine bückt sich überDen Rand des Kahn's; darüberWird ihn, der Kops zn schwer.
Der Bruder will nicht sinkenIhn lassen; Beid' ertrinken. —
Folg't ihr der Warnung mehr!
2. Sorget nicht!
Au des Lebens FreudenSchuf uns die Natur;Aber Gram und LeidenSchaffen wir uns nur,Sorgen viel und habenUns're große Noth,
Und doch giebt den RabenGott ihr täglich' Brod.
Nur, durch seinen Seegen,Keimt und reift die Saat;Sonnenschein und RegenGiebt er früh und spat,Kleidet auf dem FeldeSeine Lilien an,
Was mit allem GeldeDoch kein König kann.
Und wir sollten sorgen?
Klagen sollten wir? —Ach, vielleicht schon morgenSind wir nicht mehr hier.Fort darum mit Sorgen,Fort mit Grillen weit! —Lebet nicht für Morgen; —Lebet auch für Heut'!