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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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105
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gest. 1772.^1 Johann Benjamin Michaelis.

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Er jagt und schlägt/ und/ fth't! er fing/

Als schon die Sonne unterging/

Zwar freylich mit Verlornem Huth',

Zwar Hemd' und Kleid/ voll Staub und Blut;Zwar zitternd vor des Vaters Zorn; jedoch er fingDen allerliebsten Schmetterling.

So strebt der Mensch nach dem BesitzeDes eit'len GutS/ voll Leidenschaft/

Und opfert'/ in verhörter Hitze/

Der ed'len Seele schönste Kraft/

Um nach Verlust und tausend Plagen/

Ein eitel' Kleinod zu erjagen.

5. Der Staar und die Lerche.

>,^!8ie Viel fehlt dir an PhilomeleN/

Mein Kind/ und wird dir ewig fehlen!"Sprach zu der Lerche Matz / der Staar.;

Mein Freund"" erwiederte die Lerche/,,Du plapperst/ wie der Mund der Störche;Doch/ Was du tadelst / DaS ist wahr.

Nur wünscht' ich wol/ mich zu bekehren:

D»/ Weiser/ möchtest selbst mich lehrenDer Nachtigallen hellen Schlag.

Vielleicht/ daß mir es dann gelingen,

Dir/ großem Meister/ nachzusingen/

Dich zu erreichen/ glücken mag.""

Beschämt/ entwich / sich zu verstecken/

Herr Staarmatz in die dunkel» Hecken/

Und dachte nach der alten Lehr':

Vergessend eigener Gebreche»/

Ist leichter Tadel auSzusprechen;

Doch, selbst zu bessern, bleibt wol schwer.

6. Der Kanarienvogel.

Ein Vogel aus KanariaLieß einst in deutscher Luft sich nieder;

Schnell war ein Schwärm von Vögeln daUnd musterte des Fremdling s Lieder.

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