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Johann Benjamin Michaelis
sgeb. 17^6.
»Ich," — sprach die Amsel, — „sehe wohl,
Was fehlt; er singt nicht hohl geling; fein hohl, fein hohl!" —„„Dies wollt' ich,"" — sprach die Wachtel, — „„sagen;
Du horst dock unser Einen schlagen."" —
„Schrey'n muß er," siel ein Kibitz ein, —
„Nicht wahr, ihr Freunde? fa recht schrey'n.""
Der Buchfink sprach: „„er schmettert mir zu lange;""
Der Hänfling: „trill're nicht so sehr!" —
Die Turteltaube: „„girre mehr!"" —
Schon ward dem Virtuosen bange;
Als ihn die Lerche, die das Waizenfeld, verließ,
Zum Sitz' der Nachtigall, dem duuk'len Busche, wies.
„Dort," — rief sie, — „Vogel, wohnt dein Richter." —Hört nicht auf schwatzendes Gelichter!
7. Der welsche Hahn nnd der Pfau.
Erbittert, sah ein welscher HahnDie augenvollen FedernDes nachbarlichen Pfauen anUnd übte sich in Rädern.
Die steifen Federn spreizten sichAus allen ihren Falten,
Sein Flügel rauschte fürchterlichUnd riß in'S Erdreich Spalten.
Dann ließ der halhperrenkte HahnEin lautes Kollern hören,
Sah seinen Nachbar spöttisch an,
Bat ihn, sich umzukehren.
D'rauf legt der majestät'sche PfauSein farbiges Gefieder,
Von Sonnengvld durchwirkt, zur SchauUnd wandelt auf und nieder.
Der Herr des Hof's sah Beiden zu.
„Ei," — fing er an mit Lachen, —
„Du guter Tcuthahu, lerne du.
Dein Rad voll Augen machen!" —
„„Herr,"" — rief der Hahn, „„euch fällt nicht ein,Was wir für Stellen hatten;
Der Pfau da stand im Sonnenschein'
Und ich war blos im Schatten."" —