g-st. 175/,.) Friedrich von Hagedorn.
Mit mehr, als dieb'scher, Furcht zurücke.
Er. herzt den Beutel/ den er hält/
Und zahlt und wägt und schwenkt daS Geld/Das Geld/ den Ursprung seiner FreudeUnd seiner Augen neue Weide.
ES wird mit stummer Lust beschautUnd einem Kasten anvertraut/
Den Band und starke Schlösser hütheil/
Beim Einbruch', Dieben Trotz zu bieten,
Den auch der karge Thor, bei Nacht,
Aus banger Vorsicht, selbst bewacht.
Sobald sich nur der Haushund reget.
Sobald der Kater sich beweget.
Durchsucht er Alles; bis er glaubt,
Daß ihn kein frecher Dieb beraubt;
Bis, oft gestoßen oft geschmissen,
Sich endlich Beide packen müssen:
Sein Mops, der keine Kunst vergaßUnd, wedelnd, bei dem Kessel saß, —
Sein Hin;, der Liebling junger Katzen,
So glatt von Fell, so weich von Tatzen.
Er lernt zuletzt, je mehr er spart,
Wie oft sich Sorg' und Reichthum paart, -Und manches Zärtlings dunkle FreudenIhn ewig von der Freyheit scheiden,
Die nur in reine Seelen strahlt,
Und deren Glück kein Gold bezahlt. —
Dem Nachbar', den er stets gewecket;
Bis der das Geld ibm zugestecket, —
Dem stellt er bald, aus Lust zur Ruh',
Den vollem Beutel wieder zu —
Und spricht: „Herr, lehr't mich bess're Sachen,Als, statt des SingenS, Geld bewachen!
Nehm't immer eu'ren Beutel hinUnd laß't mir meinen frohen Sinn!
Fahrt fort, mich heimlich zu beneiden;
Ich tausche nicht mit euren Freuden;
Der Himmel hat mich recht geliebt.
Der mir die Stimme wieder giebt;
Was ich gewesen, werd ich wieder:
Johann, der munt're Seifensieder."