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Friedrich von Hagedorn,
gest. 1754.^
Man fragt den Fuchs. — „Wie sehr gewöhnenWir uns zu blinder Sicherheit!" —
Spricht er; — „laß t uns den Feind verhöhnenUnd fremder Hülfe trauet nicht! —
Thun viele Helfer Wunderwerke? —
O, nein/ — der Löwe hat nur drey:
Den Muth/ die Wachsamkeit/ die Stärke/
Und siegreich stehn ihm diese bei.
Geb't ihm, daß er nicht Mehr entführe/
Ein Schaf, ein Reh', ein feistes Rind, —Kurz, eines der geringern Thiere,
Die unserm Reich' entbehrlich sind!" —
Sein Vorschlag wird verzagt befunden;
Der Reich'Srath dachte nicht wie er.
Man rüstet sich, wird überwunden
Und macht sich Krieg und Frieden schwer.Dies lehrt uns eine Wahrheit fasten.
Die Regel der RegierungLkunst:
Wollt ihr den Löwen wachsen lassen;
So suchet zeitig seine Gunst! —
6. Philipp, Röntg von Macedonien und Aster.
§)ft ist der Witz ein scharfes Schwerdt,
Daö plötzlich aus der Scheide fährt,
Und, — Den es schützen soll, verletzet.
Der Einfalt off nes Maul bleibt, ihr zum Vortheil', stumm;
Ihr Schweigen nützt ihr und ergötzet.
Und jener Amme Wunsch wird billig hochgeschätzet.
Die zu dem Säugling' sprach: „mein liebstes Kind, sey dumm!'' —Auch Philipp's Beispiel macht den Satz der Klugheit wahr!
Zu sinnreich seyn — bringt oft Gefahr:
Wie strafte diesen guten König
Ein Scherz, der ihm zu schnell entfiel! —
Ein einz'gec Feind ist schon zu viel,
Und hundert Freunde sind zu wenig. —
Held Philipp war bemüht, in Thracien zu dringenUnd, auf dem Hinzug', noch Methone zu bezwingen;
Als Aster, den man dort den besten Schützen hieß,
Sich diesem Könige zum Dienst' erbieten ließ.
Ihn rühmten Hof und Land; von Allen wird erzählet: