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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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21
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geb. 1708.1

Albrecht von Hall er

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Mir, einem Suliman? nein, nein, bei'in Allah', nein!Sag' an!""Der ganze Lärm betrifft nur Heirothsachen.Zwey Väter sind bemüht, den Mahlschatz auszumachen,

Womit des einen Sohn, zu beyder Häuser Wohl',

Des andern einzig' Kind in Kurzem freyen soll.

Er muß," spricht dieser Greis,vor allen andern DingenDer Braut ein Heirathgut von fünfzig Dörfern bringenNebst einer wüsten Stadt, die, raubt der Tod den Mann,

Ihr Wittwensitz verbleibt." Und,wie"" hebt jener an,Nur fünfzig? o, wie leicht, ist dies doch einzugehen!Zweyhundert sollen dir, mein Freund, zu Diensten stehen;

Seit des Propheten Flucht war keine beß're Zeit;

Der Janitschar verheert die Länder weit und breit,

ES lebe Suliman! er müsse lange leben!

So wird uns jedes Jahr schon Wüsteneien geben.""

Hier schweigt der Großvezier. Der Kaiser merkt es sich;

Er weiß ihm heimlich Dank und folgt ihm öffentlich,

Beschließt: der Menschen Werth nie weiter zu vergessenUnd lernt: der Länder Heil nicht nach den Siegen messen.

Ein kluger Rath ist immer gut;

Doch lerne man: die Wahrheit klüglich sage»;

Der Lehren Kraft und Glück beruhtNur auf der Kunst: sie vorzutrageit.

Albrecht von Halter,

geboren den ls. Oetobcr 17V8, gestorben den 12. December 1777.

1. Der Hahn, die Tauben und der Geyer.

Einige Tauben suchten, sich an etwas Korn zu sättigen. Ein Haushahn'kam dazu, brauchte Gewalt und vertrieb die Tauben. Im ersten Verdrußüber das erlitt'ne Unrecht, sah'n sie einen Geyer, der eben über dem Hofeschwebte und riefen ihn an, sie zu rächen. Der Geyer kam, zerriß denHahn und bald darauf die Tauben, die sich über den Tod ihres Feindesfreuten.

Ihr Staaten, die so leicht der Eigennutz eutzweyt,

Die ihr, als einzeln, schwach und stark, wann einig, seyd,