geb. 1715^
Christ. Ewald von Kleist.
25
Christ. Ewald von Kleist,
geboren den 3. März 1716, gestorben den 24. Augnst 1759.
1. <L>de an das preußische Heer.
Unüberwund'neS Heer, mit dem Tod nnd VerderbenIn Legionen Feinde dringt,
Um das der frohe Sieg die gold'nen Flügel schwingt, —
O Heer, bereit, zum Siegen oder Sterben.
Sieh'.' — Feinde, deren Last die Hügel fast versinken, —
Den Erdkreis beben, macht,
Zteh'n gegen dich und droh'n mit Quaal und ew'ger Nacht;Das Wasser fehlt, wo ihre Rosse trinken.
Der dürr«, scheele Neid treibt niederträcht'ge SchaarenAus West' und Süd' heraus,
Und Nordens Höhlen spey'n so wie deö Ost'S — BarbarenUnd Ungeheu'r, dich zu verschlingen, aus.
Verdopple -einen Muth! — Der Feinde wilde FluthenHemmt Friedrich und dein starker Arm,
Und die Gerechtigkeit verjagt den tollen Schwärm;
Sie blitzt, durch dich, auf ihn, und seine Rücken bluten.
Die Nachwelt wird . auf dich, als auf ein Muster, sehen;
Die künft'gen Helden ehren dich, —
Zieh'n dich den Römern vor, dem Cäsar — Friederich,
Und Böhmens Felsen sind dir ewige Trophäen.
Nur schone, wie bisher, im Lauf' von großen Thaten,
Des Landmann'S, der dein Feind nicht ist! —
Hilf seiner Noth; wann du von Noth entfernet bist! —
Das Rauben überlaß' den Feigen und Kroaten. —
Ich seh', — ich sehe schon, — freu't euch, o Preußens Freunde! —Die Tage deines Ruhmes nah'n.
In Ungewittern zieh'n die Wilden stolz heran;
Doch Fried'rich winket dir; wo sind sie nun, — die Feinde? —
Du eilest ihnen nach und drück'st mit schwerem EisenDen Tod tief ihren Schädeln ein,
Und kehrst, voll Ruhm, zurück: die Deinen zu erfreu'»,
Die, jauchzend, dich empfahn und ihre Retter preisen.