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Christ. Ewald von Kleist.
säest. 17SS.
Die Luftsphär' jegliches Stern'S/ betrachte des Ganzen VerbindungSammt allen Federn der Räder und and'rer Planeten Naturen,
Die Arten ihrer Bewohner, ihr Thun und Stufengefolge!
Ergründe mit kühnem Gefieder des dunk len Geisierreich'S Tiefe!
Sieh' Wesen, ohne Gestalten, merk' ihre Abhäng' und Kräfte!
Steig' auf der Leiter der Dinge selbst bis zum Throne der Gottheit!
Dann strafe, woferne du kannst, die Vorsicht und Ord nung der Erde! - -Willst du die Ursach' erforschen: warum in den Reihen der WesenGott nicht zum Seraph' dich schuf? entdeck' erst, Stolzer, weswegenEr nicht zu'r Milbe dich schuf? — Soll, deiner Thorheit zu m Vortheil',Die große Weltkette brechen, und tausend Planeten und Sonnen,
Aus ihren Gleisen gerückt, in einen Klumpen zerfallen? —
Soll bis zum Throne des Höchsten des Himmels Vorhang zerreißen,
- Und endlich die ganze Natur, erschüttert zum Innersten, seufzen? —-Dies willst du; wann du verlangst, Was mit der Weltordnung streitet. —Sey deiner Neigungen Herr! so wirst du das Unglück beherrschen. —
Der Schöpfer ist Liebe und Huld; nur jene sind deine Tyrannen. —
Was baut ihr Häuser auf Wellen, ihr Diebe der irdischen Berge, —Verdamm t euch: Jahrelang Nichts, als nasse Gräber, zu seh'nUnd in den Wellen den Tod? — Du Untersucher der Gründe,
Was blickst du, hohnlächelnd, herab, gebläht vom Dünkel des Wissens,
Im Wahn': vom hohen Olymp' auf Raupe» der Erde zu schauen.
Dem dennoch Nebel und Dunst das Licht der Seele verdunkelt? —
Und ihr, — ihr Helden, — was eil't ihr in'S Ungewitter des Treffens,
Wo Blitze Blitze bekämpfen und Stürme Stürme zerschellen? —
Um des Gerüchtes Posaune mit euren Thaten zu füllen? —
ES lachen eu r die Wesen, die um euch unsichtbar schweben. —
Du, Wahrheitsfeß'ler, däuchst ihnen das, was dir plaudernde Dohlen,—
Du Held und Geizhalz,— was euch —, um Spreu sich jagende, Würmer. —Des Lebens Augenblick ist nicht werth der Anschläge Dauer,
So vieler Sorgen und' Pein. — Der, welchem knieende LänderHeut'Schlösser und Festungen öff'nen, wohnt morgen in Höhlen des Todes.Die Hoffnung ist mit verscharrt, verstopft — der Zugang des Nachruhm'S.Mich dünkt: es öff'nen sich mir der Unterwelt schattige Thäler;
Ich seh' dich, griechischer Held, vor dessen Klänge der WaffenDer ganze Erdball erschrak, der Seeen mit Menschenblut' färbte —
Und bis zum Ganges den Ost in eine Wüste verkehrte,
Wie auSgeriffene Meere, Feld, Wald und Städte verschlingen; —
Ich seh' ihn in bleichen Cypreffen, verlassen und tiefsinnig irren;
Er ringt die Hände und füllt, mit diesen Klagen, die Lüfte:
„Sonst meines Unsinn'ö Vergnügen, itzt mir erschreckliche Bilder,
Ihr Leichen, voll Wunden und Blut, weich't, — weich't aus diesen Reviere»!Kehr't eure Blicke von mir, ihr halbgeöffneten Augen!