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Christ. Ewald von Kleist
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Vergesst das Stöhne» / ihr Gründe! Weh' mir: daß jemals der HerrschaftSirenenstimme mich täuschte! — Du tolles Labsal der Seelen,
Zu kurz für ewige Reu', o Lob des sinnlosen Pöbels,
Warum verachtet' ich dich, groß in mir selber, nicht ehe?EntflogeneZeiten, komm t wieder! — komm t! — oder verlaß't mich, ihrLeichen!Kehr't eure Blicke von mir, ihr halbgeöffneten Augen!" —
Nock wären die Schätze der Welt sammt aller Hoheit und WollustFür uns're Seele zu klein; durchlebten wir Alter der Sterne;
Der Himmel sättigt sie nur, von dessen Flamme sie lodert,
Und, du, o göttliche Tugend, — durch dich nur können wir freudigDas Meer des Lebens durchschiffen. — Laß't diesen Pharus uns leuchten!So seh'n wir den Hafen des Glück'S, trotz Ungewittern des Zufall'S,
Trotz aller Leidenschaft Sturm, der nur den Einkauf befördert,
So wird die Vorsicht uns weise, — der Himmel uns gnädig bedünken. —
6. Sehnsucht nach Ruhe.
Silberbach, der vormals mich vergnügt,
Wann wirst du mir ein sanftes Schlaflied rauschen? —Glückselig, — Wer an deinen Ufern liegt,
Wo, voller Reiz, der Büsche Sänger lauschen! —
Von dir entfernt, mit Noth und Harm erfüllt,
Ergötzt mich noch dein Wollustreiches Bild.
Und du, o Hain, — o duftend' Veilchenthal,
O holder Kranz von fernen blauen Hügeln,
O stiller See, indem ich tausendmal
Aurora sah ihr' Rosenantliy spiegeln,
Bethaute Flur, die mich so oft entzückt,
Wann wird von mir dein bunter Schmelz erblickt? —
Sprich, Wiederhat!, der, wann die Laute klang,
Vom Rasensih' in dichtbelaubten Linden,
Mit Hellem Ton', in ihre Saiten sang, —
Sprich! — soll ich nie die Ruhe wieder finden? —
Wie oft, wann ich, vergnügt, im Schatten lagUnd: „Doris" rief, riefst du mir: „Doris" nach!
Atzt flieht mich die, zuvor empfund'ne Lust;
Ich kann nicht mehr dein süß' Geschwätze hören.
Du fülltest dort mit Anmuth Ohr und Brust;
Hier fliegt der Tod aus tausend ehr'nen Röhren.
Dort bot die Flur —, der Bach mir Freude dar;
Hier wächst der Schmerz; hier fließet die Gefahr.