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Christ. Ewald von Kleist,
legest. 1759.
Wie, wann der Sturm aus Äol'S Höhle fährt
Und, heulend, Staub in sinst're Wirbel drehet, —
Den Himmel schwärzt, — dem Sonnenstrahle wehrt, —
Die grüne Flur mit Stein' und Kies' besäet:
So rast der Feind; — so wüthend, füllt sein HeerDie Luft mit Dampf', — die Felder mit Gewehr'.
Die Saaten sind zerwühlt; der Fruchtbaum weint;
Der Weinstock stirbt von mörderischen Streichen:
Die schöne Braut sieht ihren jungen Freund,
Den Blumen gleich, durch kalten Stahl, erbleichen:Ein Thränenguß, indem sie ihn umschließt,
Netzt ihr Gesicht, wie Thau von Rosen fließt.
Dort flieht ein Kind, sein Vater, der es führt,
Fällt schnell dahin, durchlöchert vom Geschütze;
Er nennt eö noch; eh er den Geist verliert;
Der Knabe wankt und stürzet, ohne Stütze,
Wie Boreas, wann er die Schwingen regt,
Gepfropftes Reis, das stablos, — niederschlägt.
Die Felder hat ein Feuermeer erfüllt,
Das um sich reißt, von keiner Macht gehemmet,
Wie, wann die See aus ihren Ufern schwillt,
Durch Dämme fährt und Länder überschwemmet; —Die Thiere fliehn, der Brand ergreift den Wald,
Der Stämme hegt, wie seine Mutter, alt.
Was Kunst und Witz, durch Müh', und Schweiß, erbaut, —Korinth und Rom, mit stolzer Pracht, sezieret,
Der Städte Schmuck wird, schnell entflammt, geschaut. —Wie mancher Thurm, von Marmor aufgeführet,
Der stolz sein Haupt hoch in die Wolken hebt,
Stürzt von der Gluth,- des Bodens Beste bebt.
Das blasse Volk, das löschen soll, erstickt;
Die Gassen deckt ein Pflaster schwarzer Leichen,
Und dem es noch, das Feu'r zu fliehen, glückt,
Der kann dem Grimm' der Kugeln nicht entweichen.Statt Wassers trinkt der Palast Menschenblut,
Das rauscht und zischt auf Steinen, voller Gluth.
Wann Phöbos weicht; weicht doch die Klarheit nicht;
Die Nacht wird Tag vom Leuchten wilder Flammen.Den Himmel färbt ein wallend Purpurlicht;
Von Dächern schmilzt ein Kupferfluß zusammen.