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Christ. Ewald von Kleist.
sgest. 1759 .
Durch dich schmückt die Hand des Frühling'S mit Tapeten unsre Gränzen;Durch dich muß das Gold der Aehren und der Trauben Purpur glänzen,Du erfüllst die Welt mit Freude; wann die Kälte sie besiegt,
Wenn sie, eingehüllt in Flocken, wie in zarten Windeln, liegt.
Durch dich kann des Menschen Seele in der Sterne Kreise dringen;
Durch dich weiß sie das Vergang'ne, hat Begriffe von den Dingen, —Scheid't der Sachen Ähnlichkeiten von den Sachen selber ab,
Urtheilt, schließt, begehrt und scheuet; durch dich flieht sie Tod und Grab.
O, Wer kann die Wunderwerke deiner Liebe g'nug erheben? —
Selbst das Unglück ist uns nützlich und beseeligt unser Leben. —
Zweifler, rühr't euch nicht die Liebe; o, so fürchtet Gottes Macht!Zittert, wie verscheuchte Sclaven; wenn des Herren Grimm erwacht!
Schau't! — der Mittag wird verfinstert; es erwacht ein Schwärm von Eulen.Schrecken überfällt die Lüfte. — Hör't ihr ängstlich höhleö Heulen! —Schau't: wie dort der Sturm die Klippen, als zerbrechlich Glas, zerschmeißt,Ganze Wälder, wirbelnd, drehet, und wie Fäden sie zerreißt! —
Finst're Wolken, Bergen ähnlich, stoßen ungestüm zusammen, —
Schau't! — aus ihren schwarzen Klüften dringen Meere wilder Flammen.Wald und Fluren steh n in Feuer; und die Gluth zersprengt das Land;Krokodil und Löw' und Tiger bebt und eilt aus Dampf' und Brand'.
Wälder starker Masten stürzen, vor der Wuth der Wasserwogen;
Auf zerstückten Brettern kommen Kriegesheere angeflogen,
Die der Sturm nebst Stemr und Seegeln zu der Wolken Höhe schwingt;Bis sie schnell der schwarze Rachen des ergrimmten Mecr'S verschlingt.
Sag't!- Wer donnert in den Wolken?-sag't!- Wer brauset in den Stürmen?-Zweif ler, sprich! — Wer wälzt die Fluthen, die sich, wie Gebürge, thürmen? —Donner, Meer und Stürme rufen dir, mit hohlem Brüllen, zu:
„O verwegenes Geschöpfe, dies ist Gott; was zweifelst du?" —
Herr, in meinem Munde sollen deine Thaten ewig schallen;
Aber laß' dir nur die Schwachheit eines Wurmes wohl gefallen!
Du, der du das Jnn're prüfest, sieh' der Seele Regung an,
Die sie selber zwar empfinden, — aber nicht beschreiben kann!
Wenn die Augen dich, o Schöpfer! und den Glanz von deinem ThroneMit Entzücken sehen werden, schmückt mich einst die Siegeskrone,
Werd' ich einst zu deiner Seiten mit dem Chor der Engel stehn;
O dann soll die frohe Seele würdiger dein Lob erhöhn!