geb. 1715.)
Christ. Ewald von Kleist.
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Fühl' Tilgenden, so fühlst du Glück! — Und trinke du der Sonne Gluth,Und mancher Freund', wird dich durch Wik Gleich einem Ad'ler! Hülle dich
Und Liebe, — wie mein Lange mich,Beseel'gm und ein Trost dir seyn;Wenn Falschheit dein Verderben sucht.Laß Neid und nied're Raben schre»'»,
In deine Tugend; wenn es stürmt! —Doch öfter lacht der Himmel dir;
Das Leben ist mehr Lust als Schmerz. —Wohl dir: daß du geboren bist! —
9. Lob der Gottheit.
tausend Sternenheere loben meines Schöpfers Pracht und Stärke.
Aller Himmelskreise Welten preisen seiner Weisheit Werke.
Meere, Berge, Wälder, Klüfte, die sein Wink hervorgebracht,
Sind Posaunen seiner Liebe, sind Posaunen seiner Macht.
Soll ich denn allein verstummen? — Soll ich ihm kein Loblied bringen? —Nein, ich will des Geistes Flügel auch zu seinem Throne schwingen!
Und, wenn meine Zunge stammelt, — o, so sollen nur alleinDieser Augen milde Bäche Zeugen meiner Ehrfurcht seyn!
Ja, sie stammelt. — Sieh', »Schöpfer, meines Herzens Altar rauchen! —Könnt' ich gleich den blöden Pinsel in der Sonne Flammen tauchen;Würde doch von deinem Wesen noch kein Zug, kein Strich gemacht;Dir wird selbst von reinen Geistern nnr ein schwaches Lob gebracht.
Wer macht Millionen Sonnen prächtig —, majestätisch glänzen? —
Wer bestimmt dem Wunderlaufe zahlenloser Welten Gränzen? —
Wer verbindet sie zusammen? — Wer belebet jeden Kreis? —
Deines Mundes sanfter Athem, Herr, — dein mächtiges Geheiß. —
Alles ist durch dick). — Die Schaaren unqeheu'rer Sphären liefen.
Auf den Ton von deinen Lippen, durch die ewig leeren Tiefen.
Fische, Vögel, zahme Thiere, Wild, das Feld und Hain durchstrich.Und vernünftige Geschöpfe scherzten d'rauf und freuten sich.
Du giebst den entzückten Blicken, zwischen kräuterreichen Auen,
Wälder, die sich in den Wolken fast verlieren, anzuschauen.
Du mach st: daß darin durch Blumen sich «in Helles Naß ergießt,
Das zum Spiegel wird des Waldes und durch Muscheln, rieselnd, stießt.
Um des Sturmes Macht zu hemmen und zugleich zur Lust der Sinnen,Thürmen Berge sich; von ihnen lässest du Gesundheit rinnen.
Du tränkst mit der Milch des Regens und mit Thau' die dürre Flur,Kühlst die Luft durch saufte Winde und erfreuest die Natur.