Buch 
Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
Entstehung
Seite
43
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geb. 1713.)

Christoph Joseph Sukro,

4Z

,,S Tochter/'"war die Gegenrede, Du dienst der Welt mit Fleiß und WitzeSieh selbst: ob ich partheiisch bin! Und hörst: wie laut dein Lob erschallt;Dies schöne Thier ist krag' und blöde; Des Andern Thun ist wenig nütze,

Dir gab ich Lust und muntern Sinn. Und, Was es hat, ist nur Gestalt.""

. * .

Zürnet nicht des Himmels Schlüssen,

Kövfe, voll Verstand und Geist:

Daß die Thoren pralen müssen,

Und ein größ'rer Thor ste preisst!

Eine Muter vieler KinderHalt das schwache stets gelinderUnd ersetzt den schlaffen MuthOst mit reichem Erbschaftgut'.

D'rum muß Star, statt bessrer Gaben,

Rang und schöne Kleider haben.

2. Rlage um die Mutter.

ei, nock> unverharschten, Wunden,

Die des Vaters Tod uns schlug,

Mehrt den Schmer;, den wir empfundenAuch der Mutter Aschenkrug.Cw'gc Vorsicht, deine Werke

Sind stets weise, recht und gut.Gieb nur hier, zum Leiden, StarkeUnd, zum Tragen, Kraft und Muth!

Dein Verhängniß zu verehren-,

Ist selbst dieser Thränen Pflicht;Deinen Rathschluß umzukehren,

Wünscht auch unstre Delnuth nicht;Aber, wenn mit MutterhandenDu hier die Geschöpfe trägst,

Kannst auch du den Schmerz nur enden,Den du ihnen auferlegst.

So verkehrten wenig Morgen,Schwärzer als die Mitternacht,

In Gefahr, Verlust und SorgenAlles, Was uns froh gemacht.

An des Vaters starre SeiteSank erkrankt, die uns gebar.Und zur unstchtbaren Weite

Führt der Tod zugleich dies Paar.

Selt'ner Preis der reinsten Liebe,Die so kurz die Theuren trennt,Die in ungehemmtem Triebe

Hier verlischt, dort neu entbrennt,Die ein himmlisches Um,'äffenSchnell einander wiedergiebt,

Um ste ewig dort zu lassen,

Wo sich Alles ewig liebt.

Wie den Schmelz der frohen MattenSchnell ein Hagelschlag zerstört;Wann aus schwarzgewölktcn SchattenSchnell sich Sturm und Fluth empört;Wie zerknickte Saaten liegenÜber den durchwühlten Grund,

Und, statt Hoffnung und Vergnügen,Jtzt ste macht Verwüstung kund:

Theilst ein Strahl nur eures Glückes;

Doch die Nacht, die uns umzieht,Uns, die, man hier, nasses Blickes,

Jtzt, umringt von Gräbern, sieht,UnS, die, bei gehäuften Wehen,

Und vvm Schmerze selbst betäubt:Was geschieht uud ist geschehen,

Zu, gleich bittern, Thränen treibt!