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Joh. Peter Uz.
fgeb. 1720.
Joh. Peter Uz,
geboren 1720, gestorben 17SS.
1. Empfindungen an einem Frühlingsmorgen.
welche frische Lust haucht voin bebüschten Hügel IWelch' angenehmer West durchziehtMit rauschendem, bethautem Flügel
Dies holde Thal, wo Alles grünt und blüht!
Hier, wo die Grazien sich ihre Blumen holen, —
Hier seh' ich: wie der Morgen lacht,
Der, unter duftenden Violen
Und bei'm Gesang' der Vögel, aufgewacht.
Wie blitzt der junge Klee vom farbenreichen Thaue!
Wie himmlisch lächelt die Natur,
Wohin ich, voll Bewundrung, schaue,
Dort im Gesträuch', und hier auf grüner Flur!
Die ganze Schöpfung zeugt von weiser Güte Händen;
Mit Schönheit pranget unsre Welt. —
Muß nur der Mensch die Schöpfung schänden, —
Der sich so gern für ihre Zierde hält? —
Der Mensch darf sich nur seh n, damit er sich nicht brüste:
Wie, an der Thorheit Brust gesäugt,
Er sich im Taumel wilder Lüste
Bald lächerlich, und bald abscheulich zeigt.
Um Tand und Puppenwerk vertauscht er seine Rechte
Zu glänzender Unsterblichkeit, >
Erniedrigt sich und sein Geschlechte,
Sucht kurze Lust und findet ewig' Leid.
Ein denkendes Geschöpf kann so verderblich wählen,
Als wär' es nur zum Thier' bestimmt?
Herrscht solche Finsterniß in Seelen,
In welchen doch der Gottheit Funke glimmt? —
Vergebens! — Dieser Strahl, der wenig' Weisen funkelt,Wird oft von Leidenschaft und Wahn'
In tausend Sterblichen verdunkelt;
Noch eh' er sich, hellschimniernd, kund gethan.