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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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Gottlieb Konrad Pfesfel.

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5. R i e f u n.

. Ein Mandarin ward, wegen Räubereien,

Zum Schwerdt' verdammt. Kiefun, sein Sohn,

Warf sich vor des Beherrschers ThronUnd bat um seines Vaters Leben.

Ich weiß: er ist des Todes werth;

Doch, muß'st du dem Gesetz' ein Opfer geben,

Hier ist es! weihe mich dem Schwerdt'

Und laß' ihn los!" Mit, scheinbar strenger Miene,

Sprach der Monarch:dein Wunsch sey dir gewährt;

Man führ' ihn auf die Todeöbühne!""

Der Jüngling küßt, entzückt, des Kaisers HandUnd geht.Halt!"" rief der Fürst, voll Freude,Den Vater schenk' ich dir und dich dem Vaterland'.""Er küsset ihn und hängt sein eig'nes Halsgeschmeide

Dem Helden um. Bescheide» faßt der Jüngling den TalarDes Kaisers.Herr, erlaß' mir diese gold'ne Bürde,"

Die täglich mich daran erinnern würde,

Daß einst mein Vater schuldig war!"

6. Der treue Dogge.

Ein Pudel und ein Dogge kamenAuf ihrem Weg' von Ungefähr zusammen.

Nachdem man, wie'S gewöhnlich ist,

Sich erst bewillkomme und geküßt,

Begann man, Neuigkeiten auszukramen.

Herr Vetter," ssng der Pudel, selbstgenügsam, än,Du solltest mich nur einmal sehen,

Was ich für Künste machen kann!

ES ist ein Spiel für mich, auf einem Seil'zu gehenUnd, wie ein steifer Flügelmann,

Mit einem Spieß' im Schilderhaus' zu stehen;

Ich tanze; besser tanzt der große VestriS nicht;

Ich lasse mich zu Tode schießen.. Und bin flug'S wieder auf den Füßen;

Wenn man ei» Wort vom Henken spricht;

Noch mehr! ich kann, mit unerhörten Sprüngen,

Bald über einen Stock bald durch den Reif mich schwingen